Ob reich oder arm, berühmt oder nicht: Krankheiten treffen uns alle gleichermaßen. Sportler, Politiker, Schauspieler, Sänger … niemand entkommt dieser Lotterie. Heute sprechen wir über neurologische und psychische Erkrankungen, mit denen einige Prominente leben.
Wir haben die Fälle in drei Abschnitte gegliedert: Prominente mit neurodegenerativen Erkrankungen (Alzheimer, frontotemporale Demenz, Parkinson und Multiple Sklerose), Prominente mit Hirnschädigungen und anderen neurologischen Störungen (Prosopagnosie, Zerebralparese, Schlaganfall und ADHS) sowie Prominente mit psychischen Störungen (Depression, bipolare Störung, Psychose und Schizophrenie).
Prominente mit neurodegenerativen Erkrankungen
Neurodegenerative Erkrankungen führen zum fortschreitenden Verlust von Nervenzellen und beeinträchtigen – je nach betroffener Hirnregion – Gedächtnis, Sprache, Bewegung oder Verhalten.
Ronald Reagan, Adolfo Suárez und Pasqual Maragall: Präsidenten mit Alzheimer
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz. Sie beginnt schleichend und betrifft zunächst die Hirnareale, die für Gedächtnis, Denken und Sprache zuständig sind.
Mit der Zeit verschlimmern sich diese Symptome so weit, dass Menschen mit Alzheimer-Krankheit ihre engsten Angehörigen nicht mehr erkennen und Schwierigkeiten bei Alltagsaktivitäten wie dem Anziehen oder der Körperpflege haben.
Beim ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan wurde 1994 die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert, nur fünf Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit. Laut seinem Sohn Ron, der darüber im Buch „My Father at 100: A Memoir“ schreibt, zeigte er jedoch bereits im Weißen Haus Symptome. Er starb 2004.
Reagan ist nicht der einzige Präsident, der vergaß, dass er einmal einer war. In Spanien erkrankte auch Adolfo Suárez, Ministerpräsident während des Übergangs zur Demokratie, an dieser neurodegenerativen Krankheit. Ebenso Pasqual Maragall, ehemaliger Präsident der katalanischen Regierung und Bürgermeister von Barcelona, der 2007 öffentlich machte, dass er an Alzheimer erkrankt war. Ein Jahr später wurde die Stiftung Pasqual Maragall für die Alzheimer-Forschung gegründet.
Bruce Willis: vom Stottern zur frontotemporalen Demenz
Als Kind stotterte Bruce Willis. Stottern ist eine Sprechstörung, die sich durch Wiederholungen, Blockaden und Dehnungen von Lauten äußert. In der Schule wurde er deswegen gehänselt, doch auf der Bühne wurde er ein anderer und sein Stottern verschwand.
Jahrzehnte später, im März 2022, gab seine Familie bekannt, dass der Schauspieler sich von der Schauspielerei zurückzieht, weil bei ihm eine Aphasie diagnostiziert worden war – eine Sprachstörung, die seine kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigte. Im Februar 2023 teilte die Familie mit, dass die Krankheit fortgeschritten sei und es nun eine genauere Diagnose gebe: frontotemporale Demenz.
Anders als Alzheimer betrifft die frontotemporale Demenz vor allem den Frontal- und Temporallappen. Ihre ersten Symptome sind daher meist Veränderungen im Verhalten, in der Persönlichkeit oder in der Sprache und weniger Gedächtnisverluste. Seine Familie beschrieb sie als „eine grausame Krankheit, von der viele von uns noch nie gehört haben und die jeden treffen kann“, und bat darum, die mediale Aufmerksamkeit für mehr Bekanntheit und Forschung zu nutzen.
Muhammad Ali und die Parkinson-Krankheit
Boxlegende Muhammad Ali focht seinen schwersten Kampf außerhalb des Rings aus. Ali kämpfte 32 Jahre lang gegen Parkinson. Bei dieser Krankheit sterben nach und nach Nervenzellen in einem Hirnbereich namens Substantia nigra ab, genauer gesagt in einem Teil dieses Kerns, der Pars compacta.
Dadurch wird weniger Dopamin gebildet, was die Regulation der wichtigsten an der Bewegungssteuerung beteiligten Hirnstrukturen stört.
Die Hauptsymptome sind allgemeine Ungeschicklichkeit mit verlangsamten Bewegungen, verminderte Spontanmotorik, Ruhetremor und Rigidität. Auch die Haltungsreflexe können gestört sein, was zu Stürzen führt. Häufig treten kognitive Beeinträchtigungen auf, die Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder Verarbeitungsgeschwindigkeit betreffen.
1984 wurde bei Ali die Parkinson-Krankheit diagnostiziert. „Anfangs gab es Momente, in denen ich die Gedanken an die Krankheit verdrängen konnte. Später, als sich die körperlichen Symptome nicht mehr ignorieren ließen, gab es Phasen der Frustration und Depression“, sagte die Boxlegende.
Dennoch stellte sich Ali der Krankheit und wurde zum Vorbild für viele Betroffene. Der Boxer starb 2016 an einer mit der Krankheit verbundenen Atemwegskomplikation.
Chris Wright und Asier de la Iglesia: Spitzenbasketball mit Multipler Sklerose
Point Guard Chris Wright ist der erste Spieler der Geschichte, der es mit Multipler Sklerose in die NBA geschafft hat. MS ist eine Autoimmunerkrankung, deren genaue Ursache noch nicht bekannt ist.
Das Immunsystem greift das Myelin an, eine Substanz, die die Nervenfasern umhüllt und dafür sorgt, dass Nervenimpulse mit der richtigen Geschwindigkeit weitergeleitet werden. Die Folge ist eine gestörte Kommunikation zwischen den Nervenzellen mit vielfältigen Symptomen: Sehstörungen, Gleichgewichtsprobleme, Sprechstörungen, Zittern der Hände, Schwäche in Armen und Beinen sowie Kraftverlust.
Häufig kommen auch kognitive Probleme beim Gedächtnis, beim Einspeichern und Abrufen von Informationen hinzu, ebenso emotionale Probleme wie Angst und Depression.
Ein weiteres Beispiel ist Asier de la Iglesia, der mit 35 Jahren sein Debüt in der ACB, der höchsten spanischen Basketballliga, gab und damit der erste Spieler mit Multipler Sklerose in dieser Liga wurde.

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Prominente mit Hirnschädigungen und anderen neurologischen Störungen
In diesem Abschnitt stellen wir sehr unterschiedliche Fälle vor: Hirnschädigungen bei der Geburt oder im Erwachsenenalter, Schwierigkeiten beim Erkennen von Gesichtern und neurologische Entwicklungsstörungen wie ADHS.
Brad Pitt und die Prosopagnosie
Der Schauspieler leidet an einer neurologischen Störung namens Prosopagnosie, wie er 2013 in einem Interview mit dem Magazin „Esquire“ erzählte. Die auch als Gesichtsblindheit bezeichnete Störung zeigt sich in der Unfähigkeit, Gesichter zu erkennen – manchmal sogar das eigene. Sie gehört zu den Störungen der Gnosis.
Brad Pitt räumte ein, dass ihm diese Störung soziale Probleme bereitet habe. „Viele Leute hassen mich, weil sie glauben, ich sei respektlos. Ein Jahr lang habe ich mir vorgenommen, offen damit umzugehen und die Leute zu fragen: ‚Woher kennen wir uns?‘. Aber es wurde nur schlimmer. Die Leute waren noch beleidigter und hielten mein Problem für Eitelkeit oder Arroganz. Es ist mir ein Rätsel, ich kann mir einfach kein Gesicht merken“, sagte der Schauspieler.
RJ Mitte, der Breaking Bad-Schauspieler mit Zerebralparese
Der US-amerikanische Schauspieler RJ Mitte (Jackson, Mississippi, 1992) atmete nach einem Notkaiserschnitt bei der Geburt nicht. Der Sauerstoffmangel verursachte eine bleibende Hirnschädigung, und im Alter von drei Jahren wurde bei ihm eine Zerebralparese diagnostiziert. Sechs Monate lang trug er Gipsverbände an den Beinen, um die Stellung seiner Füße zu korrigieren, und verbrachte einen Großteil seiner Kindheit mit Beinschienen und Krücken. Als Jugendlicher brauchte er keine Gehhilfen mehr.
Weltweit bekannt wurde er als Walter White Jr., der Sohn der Hauptfigur in Breaking Bad (2008–2013). Auch seine Figur hatte eine Zerebralparese, allerdings mit ausgeprägteren Symptomen als er selbst: Für die Rolle musste er wieder Krücken benutzen. Es war einer der wenigen Fälle im Fernsehen, in denen ein Schauspieler mit Behinderung eine Figur mit derselben Erkrankung spielte.
Abseits der Kamera setzte er sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein. Er war Sprecher der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA für Darsteller mit Behinderung, die ihm 2013 den Harold Russell Award verlieh, und Botschafter der Organisation United Cerebral Palsy. Außerdem leitete er seine eigene Stiftung und moderierte die Berichterstattung über die Paralympischen Spiele 2016 in Rio für den britischen Sender Channel 4. Als Model war er das Gesicht einer Gap-Kampagne und lief für Vivienne Westwood.
RJ Mitte starb am 12. Oktober 2026 in Brownsville (Texas) im Alter von 34 Jahren. Sein Sprecher bestätigte, dass er sich das Leben genommen hat. Bryan Cranston, sein Vater in der Serie, erinnerte an ihn als jemanden, der die Zerebralparese nie als Ausrede für irgendetwas gelten ließ.
Javier Otxoa und die erworbene Hirnschädigung
Das Leben des Radprofis Javier Otxoa, im Jahr 2000 Etappensieger bei der Tour de France, änderte sich am 15. Februar 2001: Ein Auto erfasste ihn und seinen Zwillingsbruder Ricardo beim Training in der Nähe von Málaga. Ricardo starb, Javier lag wochenlang im Koma.
Er überlebte mit schweren Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas, einer der häufigsten Ursachen einer erworbenen Hirnschädigung, die seine Beweglichkeit und seine Sprache beeinträchtigten. Statt aufzugeben, stieg er wieder aufs Rad und wurde Paralympics-Sieger in Athen 2004 und Peking 2008. Er starb im August 2018.
Miguel Boyer und der Schlaganfall
Der ehemalige spanische Wirtschaftsminister Miguel Boyer erlitt 2012 einen Schlaganfall, der schwere Folgen hinterließ. Unter anderem konnte er nur mit großer Mühe sprechen und nicht mehr schreiben.
Ein Schlaganfall, auch Hirninfarkt oder Apoplex genannt, ist eine zerebrovaskuläre Erkrankung, die entsteht, wenn ein Blutgefäß, das das Gehirn versorgt, platzt oder durch ein Gerinnsel oder einen anderen Partikel verstopft wird.
Das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, sodass die Nervenzellen keinen Sauerstoff erhalten und ihre Funktion einstellen. Ein Schlaganfall ist sozusagen ein Herzinfarkt im Gehirn.
Der ehemalige sozialistische Minister starb zwei Jahre später an einer Lungenembolie.
Jennifer Lawrence und ADHS
Bei der Schauspielerin wurde in der Kindheit ADHS diagnostiziert. Sie erzählt, dass ihre Familie sie „Nitro“ nannte, weil sie so explosiv wie Nitroglyzerin war.
ADHS ist eine chronische neurologische Entwicklungsstörung, die ein Leben lang besteht, aber behandelbar ist. Im Erwachsenenalter lassen die hyperaktiven Symptome meist nach (was beim Aufmerksamkeitsdefizit nicht so leicht geschieht).
Prominente mit psychischen Störungen
Immer mehr bekannte Persönlichkeiten sprechen öffentlich über ihre psychische Gesundheit. Ihre Erfahrungen helfen, Stigmatisierung abzubauen, und ermutigen andere, sich Hilfe zu holen.
Mercedes Milá und Andrés Iniesta: Depression
Die spanische Journalistin Mercedes Milá sprach am 23. März 2022 in der Sendung „Las Tres Puertas“ von María Casado über ihre psychische Gesundheit. Milá gestand, dass sie seit Jahren an Depressionen leidet, mit drei schweren Episoden: „Die erste Depression kam durch Liebeskummer, die zweite, dritte und alle weiteren durch zu viel Stress“, erzählte sie und ermutigte die Menschen, „nicht das Handtuch zu werfen“.
Sie erinnerte sich an ihre Jahre als Moderatorin der spanischen Ausgabe von „Big Brother“: Sie sei mit ihrer Arbeit sehr zufrieden gewesen und Kritik sei ihr egal gewesen, das Problem habe in ihr selbst gelegen. „Ich konnte die ganze Woche bis Donnerstag weinen, an dem Tag aufstehen, die Sendung machen, und niemand merkte etwas“, verriet Milá. Sie ist überzeugt: „Psychische Erkrankungen sind immer mehr um uns herum. Wir müssen sie sehr ernst nehmen.“
Auch der Fußballer und Weltmeister Andrés Iniesta litt an einer Depression. Er sprach im November 2018 in der spanischen Sendung „Salvados“ darüber. Laut der Weltgesundheitsorganisation ist eine Depression eine häufige psychische Störung, die sich durch Traurigkeit, Interesse- oder Freudlosigkeit, Schuldgefühle oder geringes Selbstwertgefühl, Schlaf- oder Appetitstörungen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche äußert. „Wenn du eine Depression hast, bist du nicht du selbst. Wenn du so verletzlich bist, ist es schwer, bestimmte Momente im Leben zu kontrollieren“, erklärte der Mittelfeldspieler.
Catherine Zeta-Jones und die bipolare Störung
Die bipolare Störung ist eine psychische Erkrankung, die durch Stimmungsschwankungen gekennzeichnet ist – mit Manie am einen und Depression am anderen Extrem. Catherine Zeta-Jones hat diese Erkrankung.
„Das ist eine Störung, die Millionen Menschen betrifft, und ich bin eine von ihnen. Wenn mein Bekenntnis zur Bipolar-II-Störung auch nur einen Menschen ermutigt hat, sich Hilfe zu suchen, dann hat es sich gelohnt. Niemand muss im Stillen leiden, und es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten“, sagte die Schauspielerin.
Ángel Martín und die psychotische Episode
Der spanische Moderator Ángel Martín wurde im Juni 2017 wegen einer psychotischen Episode stationär behandelt.
Eine psychotische Episode ist, wie es die Definition besagt, ein „vorübergehender Bruch mit der Realität“. Sie tritt plötzlich auf und beeinträchtigt den Alltag der betroffenen Person.
Mit seinem Buch „Por si las voces vuelven“ (Falls die Stimmen zurückkommen) möchte der Moderator psychische Erkrankungen enttabuisieren. Darin erzählt er von der psychotischen Episode, wegen der er 14 Tage im Krankenhaus verbringen musste.
John Nash und Peter Green: Schizophrenie
Die Schizophrenie ist eine schwere psychische Störung, die das Denken, die Wahrnehmung der Realität und den Umgang mit anderen verändert. Sie kann mit Wahn, Halluzinationen und desorganisiertem Denken einhergehen und ist meist von kognitiven Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und der exekutiven Funktionen begleitet.
Der bekannteste Fall ist der des Mathematikers John Nash, der 1994 für seine Beiträge zur Spieltheorie den Wirtschaftsnobelpreis erhielt. Nash lebte jahrzehntelang mit einer paranoiden Schizophrenie, die seine akademische Laufbahn unterbrach. Seine Geschichte inspirierte den Film A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn, der vier Oscars gewann, darunter den für den besten Film. Er starb 2015 zusammen mit seiner Frau Alicia bei einem Verkehrsunfall.
In der Musikwelt verließ Peter Green, Gitarrist und 1967 Mitbegründer von Fleetwood Mac, die Band auf dem Höhepunkt ihres Ruhms, nachdem er psychische Probleme bekommen hatte. Bei ihm wurde Schizophrenie diagnostiziert, und er verbrachte Zeit in psychiatrischen Kliniken. Jahre später kehrte er auf die Bühne zurück und spielte bis zu seinem Tod im Juli 2020 im Alter von 73 Jahren.
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Dieser Artikel wurde übersetzt; Link zum Originalartikel auf Spanisch:
12 Famosos con enfermedades neurológicas y mentales








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