Anlässlich des Internationalen ADHS-Tages teilt das Psychopädagogische Zentrum Isabel Corbacho seine Erfahrungen mit der Implementierung von NeuronUP als wichtigem Instrument in den Sitzungen zur neurokognitiven Rehabilitation und stellt einen klinischen Fall von ADHS vor.
Einführung
Die neurokognitive Rehabilitation von Kindern ist ein zunehmend wichtiger Bereich im klinischen und pädagogischen Umfeld, da sie eine wirksame Intervention bei verschiedenen neurologischen Entwicklungsstörungen, Lernschwierigkeiten oder Störungen der neuronalen Entwicklung ermöglicht. In diesem Zusammenhang hat die Einbindung von digitalen Tools die Planung und Durchführung therapeutischer Interventionen grundlegend verändert und dynamischere, motivierendere und an jedes Kind angepasste Ansätze erleichtert.
Eine der derzeit in diesem Bereich am häufigsten eingesetzten Plattformen ist NeuronUP, ein Tool zur kognitiven Stimulation, mit dem sich zahlreiche mentale Funktionen mithilfe spielerischer und individuell anpassbarer Aktivitäten trainieren lassen. Der Ansatz verbindet Fortschritte in der Neurowissenschaft, Technologie und die Prinzipien der evidenzbasierten Intervention und bietet eine sichere, messbare und motivierende Umgebung für die kognitive Entwicklung.
Vorstellung des Psychopädagogischen Zentrums Isabel Corbacho
Das 2018 gegründete Psychopädagogische Zentrum Isabel Corbacho hat sich als Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Lernschwierigkeiten und neurodivergenten Profilen etabliert. Unser Zentrum in Ronda (Málaga) betreut auch umliegende Ortschaften und bietet ein ganzheitliches und individuelles Interventionsmodell.
Unser interdisziplinäres Team besteht aus Psychopädagoginnen, Pädagoginnen, Psychologinnen, Sprach- und Logopädiespezialistinnen sowie Lehrkräften mit einer speziellen Ausbildung im Bereich Diversität. Dieser multidisziplinäre Ansatz ermöglicht es uns, jeden Fall aus einer ganzheitlichen, respektvollen und auf die Potenziale des Kindes ausgerichteten Perspektive zu behandeln.
Unsere Philosophie basiert auf der engmaschigen Begleitung der Familien, der individuellen Gestaltung der Interventionen und der kontinuierlichen Suche nach innovativen Strategien. Dafür setzen wir evidenzbasierte Interventionsstrategien ein, darunter digitale Tools wie NeuronUP, die eine höhere Motivation, klinische Verlaufskontrolle und individuelle Anpassung jeder Behandlung ermöglichen.

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Kognitive Rehabilitation von Kindern mit NeuronUP
Warum wir uns für die Arbeit mit NeuronUP entschieden haben
In unserem Alltag stellten wir einen wachsenden Bedarf fest: Wir brauchten ein Tool, mit dem sich vollständig angepasste Interventionen entwickeln lassen, die flexibel und motivierend sind. NeuronUP war die Antwort auf diese Nachfrage.
Wie Ríos Lago und Tirapu (2019) betonen, müssen neuropsychologische Rehabilitationsprogramme auf der Grundlage von drei wesentlichen Säulen entwickelt werden:
- Individualisierung: Jedes Kind ist einzigartig.
- Strukturierte Wiederholung: unverzichtbar für die Festigung von Lerninhalten.
- Motivation: Ohne emotionale Beteiligung gibt es keinen nachhaltigen Fortschritt.
NeuronUP erfüllt diese Anforderungen, da sich Sitzungen für bestimmte Profile konfigurieren, Schwierigkeitsstufen auswählen, Ergebnisse automatisch erfassen und Aktivitäten dynamisch anpassen lassen.
Darüber hinaus bietet die Plattform einen umfangreichen, nach kognitiven Bereichen gegliederten Katalog mit verschiedenen Formaten: interaktiven Spielen, Arbeitsblättern, Simulationen des täglichen Lebens usw. Dadurch können wir sowohl grundlegende Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis als auch höhere exekutive Funktionen wie Planung oder schlussfolgerndes Denken trainieren.
Beobachtete Vorteile unserer Interventionen
Seit wir mit NeuronUP arbeiten, beobachten wir deutliche Verbesserungen bei der Wirksamkeit der Sitzungen, sowohl aus therapeutischer als auch aus motivationaler Sicht.
Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:
- Mehr Beteiligung und anhaltende Aufmerksamkeit während der Aktivitäten.
- Detaillierte Verlaufskontrolle, wodurch sich die therapeutischen Ziele in Echtzeit anpassen lassen.
- Weniger Frustration bei Kindern mit geringer Fehlertoleranz dank des spielerischen Formats und der positiven Verstärkung.
- Möglichkeit einer kombinierten Durchführung: vor Ort und zu Hause, wobei die Familien als aktiver Teil des Prozesses einbezogen werden.
- Vielseitigkeit für Interventionen in unterschiedlichen Kontexten: Lernschwierigkeiten, Entwicklungsstörungen, erworbene Hirnschädigungen usw.
Die Tatsache, dass jede Aktivität ein klares kognitives Ziel hat, ermöglicht es uns, jeden Interventionsschritt therapeutisch zu begründen und die Sitzungen mit den Bereichen zu verbinden, die wir stärken möchten, etwa Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache, Wahrnehmung, logisches Denken, Verarbeitungsgeschwindigkeit usw.
Akzeptanz von NeuronUP durch die Nutzerinnen und Nutzer
Eines der herausragendsten Elemente war die große Akzeptanz bei den Kindern. In ihren eigenen Worten „scheint es, als würden wir spielen“, was die Therapietreue und die längere Mitarbeit in ausgedehnten Sitzungen erheblich erleichtert. Wie Medina (2017) sagt: „Man kann nur das lernen, was man liebt“, und in therapeutischen Kontexten führt dies zu positiven Erfahrungen, die bedeutungsvolles Lernen ermöglichen.
Der Bestandteil der Gamifizierung (Einsatz von Spielmechaniken in nicht spielerischen Umgebungen) macht jede Sitzung zu einer angenehmen und attraktiven Erfahrung. Die Nutzerinnen und Nutzer erleben sich als Hauptakteure ihres Fortschritts, was ihr Selbstwertgefühl und ihre Motivation steigert.
Erfolgsfall: Einsatz von NeuronUP bei der Intervention eines Kindes mit ADHS
Im Folgenden stellen wir einen Fall vor, der die Auswirkungen von NeuronUP in der klinischen Praxis deutlich veranschaulicht.
Profil des Kindes
- Alter: 10 Jahre.
- Diagnose: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).
- Schwierigkeiten: geringe anhaltende Aufmerksamkeit, Impulsivität, Schwierigkeiten beim Arbeitsgedächtnis und bei der visuellen Verarbeitung.
Interventionsplan bei ADHS
Es wurde ein individuelles Programm mit wöchentlichen 45-minütigen Sitzungen erstellt, in die spezifische NeuronUP-Aktivitäten integriert wurden. Die Sitzungen waren in eine anfängliche Aktivierungsphase, einen anschließenden Block mit intensiver kognitiver Stimulation und eine abschließende Phase der reflektierenden Nachbesprechung gegliedert.
Die trainierten Funktionen umfassten:
- Anhaltende und selektive Aufmerksamkeit.
- Arbeits- und auditives Gedächtnis.
- Visuelle Diskrimination.
- Verarbeitungsgeschwindigkeit.
- Inhibition automatischer Reaktionen.
In diesem Interventionsplan bei ADHS eingesetzte Aktivitäten
Unter den zahlreichen NeuronUP-Aktivitäten heben wir folgende hervor:
- Triff den Ball, eine Aktivität zur Förderung der Inhibition, der Verarbeitungsgeschwindigkeit und der anhaltenden Aufmerksamkeit. In diesem Spiel dürfen die Kinder nur klicken, wenn der angegebene Ball erscheint.
- Orchesterdirigent, eine Aktivität zum Training des episodischen Gedächtnisses und der auditiven Gnosien. Dabei müssen die gehörten Instrumente identifiziert und in der richtigen Reihenfolge wiedergegeben werden.
- Tierpaare, eine Aktivität mit Schwerpunkt auf episodischem Gedächtnis, Arbeitsgedächtnis und selektivem Gedächtnis. Bei diesem Spiel müssen die Kinder die Paare in einem Satz verdeckt liegender Karten aufdecken.
- Welches Bild ist anders?, zur Förderung der Verarbeitungsgeschwindigkeit und der selektiven Aufmerksamkeit. Bei diesen Arbeitsblättern muss das abweichende Bild aus einer Reihe ausgewählt werden.
- Such und du wirst finden!, eine Aktivität für die selektive Aufmerksamkeit. Bei diesem Spiel müssen mehrere Elemente in einer Menge gefunden werden.
- Und viele weitere.
Auf dem beigefügten Bild ist das Kind bei der Aktivität Such und du wirst finden! zu sehen, einer seiner Lieblingsaktivitäten. Diese Dynamik ermöglicht es ihm, mehrere kognitive Fähigkeiten gleichzeitig in einer Umgebung zu trainieren, die es als unterhaltsam und nicht aufdringlich erlebt.

Beobachtete Ergebnisse
Nach mehreren Monaten der Intervention wurden folgende Fortschritte beobachtet:
- Größere Fähigkeit, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten während schulischer Aufgaben.
- Weniger Impulsivität im Klassenraum und zu Hause.
- Bessere Leistungen bei Aufgaben, die das Merken von Anweisungen erfordern.
- Steigerung von Selbstwertgefühl und Motivation bei kognitiven Herausforderungen.
Dieser Fall zeigt, wie der Einsatz geeigneter Technologie in den Händen qualifizierter Fachkräfte die Wirksamkeit von Therapien steigern und im Alltag des Kindes reale und nachhaltige Veränderungen bewirken kann.
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Fazit und abschließende Überlegungen
Die Einbindung von NeuronUP in unseren Arbeitsalltag hat die Planung und Durchführung der neurokognitiven Interventionen qualitativ grundlegend verändert.
Sie hat uns ermöglicht:
- Unsere Sitzungen noch individueller zu gestalten und an das kognitive Profil jedes Nutzers anzupassen.
- Die Entwicklung jeder Funktion präzise und in Echtzeit zu beurteilen.
- Motivation, Beteiligung und Kontinuität der Therapien zu steigern.
- Die Familien durch ergänzende Sitzungen zu Hause einzubeziehen.
- Ein flexibleres, aktuelles und evidenzbasiertes Interventionsmodell zu fördern.
In unserem Zentrum, dem Psychopädagogischen Zentrum Isabel Corbacho, sind wir fest davon überzeugt, dass es wertvoll ist, das Menschliche und das Technologische zu verbinden – stets aus einer ethischen, respektvollen und auf das Wohl jedes Kindes ausgerichteten Perspektive. NeuronUP ersetzt weder den klinischen Blick noch die therapeutische Beziehung, aber es erweitert unsere Instrumente und vervielfacht die Verbesserungsmöglichkeiten.
In einer Welt, in der immer mehr Kinder Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Informationsverarbeitung aufweisen, sind wirksame digitale Ressourcen nicht nur ein Vorteil, sondern eine Notwendigkeit.
Literaturverzeichnis
- Chacón-Borrego, M. J., Gilar-Corbí, R., & Castejón, J. L. (2020). Intervención en funciones ejecutivas mediante plataformas digitales en el ámbito educativo. Revista Electrónica de Investigación Psicoeducativa, 18(2), 1-20.
- Medina, J. (2017). Neuroeducación: solo se puede aprender aquello que se ama. Buenos Aires: Siglo XXI Editores.
- Ríos Lago, M., & Tirapu-Ustárroz, J. (2019). Rehabilitación neuropsicológica: principios y fundamentos. Madrid: Editorial Síntesis.






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