Die Neuropsychologin Genoveva Montoya Murillo stellt in diesem Artikel die Erfahrungen der Clínica Universidad de Navarra mit NeuronUP als wichtigem Instrument im Rahmen ihres Programms zur kognitiven Rehabilitation vor.
Einleitung
Die kognitive Neurorehabilitation spielt bei der ganzheitlichen Behandlung von Patientinnen und Patienten mit erworbener Hirnschädigung, neurodegenerativen Erkrankungen oder anderen neurologischen Beeinträchtigungen eine immer wichtigere Rolle. In diesem Zusammenhang hat der Einsatz spezialisierter digitaler Plattformen die klinische Praxis revolutioniert, indem sowohl die Individualisierung der Behandlung als auch die Motivation der Nutzerinnen und Nutzer verbessert wurden.
Vorstellung der Clínica Universidad de Navarra
Die Clínica Universidad de Navarra (CUN) wurde 1962 von Josemaría Escrivá de Balaguer gegründet und hat sich als international anerkanntes Universitätsklinikum etabliert. Mit Standorten in Pamplona und Madrid zeichnet sie sich durch ihren multidisziplinären Ansatz, eine herausragende Patientenversorgung und ihre enge Verbindung zur biomedizinischen Forschung aus. Sie beschäftigt mehr als 3.800 hauptberufliche Fachkräfte.
Das nach angelsächsischem und forschungsorientiertem Modell ausgerichtete Klinikum verfügt über mehr als 46 medizinische und chirurgische Fachbereiche. Aufgrund seiner langjährigen Arbeit wurde es bereits zehnmal als Privatklinik mit dem besten Ruf ausgezeichnet und zählt zu den 100 besten Krankenhäusern der Welt.
Neurologische Abteilung der Clínica Universidad de Navarra
Die neurologische Abteilung der CUN verfügt über ein multidisziplinäres Team von Fachkräften, zu dem Neurologinnen und Neurologen, Geriaterinnen und Geriater, Neuropsychologinnen und Neuropsychologen, Pflegefachkräfte, Assistenzkräfte und wissenschaftliche Mitarbeitende gehören. Das Profil der betreuten Nutzerinnen und Nutzer ist vielfältig und hängt von der jeweiligen Erkrankung oder Pathologie ab.
In der Abteilung werden Patientinnen und Patienten mit erworbener Hirnschädigung (z. B. Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma), neurodegenerativen Erkrankungen (z. B. Alzheimer-Krankheit oder Parkinson-Krankheit), onkologischen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen (z. B. Multipler Sklerose), Kopfschmerzen (z. B. Migräne), Epilepsie oder jeder anderen Erkrankung behandelt, die das zentrale Nervensystem beeinträchtigt.
Im Bereich der kognitiven Rehabilitation und Stimulation werden beide Ansätze aus einer personenzentrierten Perspektive verfolgt, wobei wissenschaftliche Evidenz mit der Individualisierung der Interventionen verbunden wird. Die Arbeit orientiert sich an funktionalen Zielen, die darauf ausgerichtet sind, Selbstständigkeit, Lebensqualität und soziale Teilhabe zu verbessern.

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Kognitive Rehabilitation mit NeuronUP in der Clínica Universidad Navarra
NeuronUP ist eine digitale Plattform für Fachkräfte der Neurorehabilitation. Sie bietet ein umfangreiches Repertoire an Übungen aus kognitiven Bereichen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, exekutiven Funktionen, Sprache und schlussfolgerndem Denken.
Die Clínica Universidad Navarra (CUN) begann, NeuronUP als Teil ihres Engagements für therapeutische Innovation in die klinische Praxis zu integrieren. Dadurch kann sie Patientinnen und Patienten aus ganz Spanien betreuen und ihnen allen die Möglichkeit bieten, eine Behandlung bequem von zu Hause aus zu erhalten.
Tele-Rehabilitation mit NeuronUP
Da sich mit der NeuronUP-Plattform von jedem Computer mit Internetzugang aus arbeiten lässt, konnten wir Patientinnen und Patienten aus verschiedenen Städten unterstützen und ihnen die Betreuung und Behandlung durch ihre vertrauten Fachkräfte ermöglichen, ohne an Qualität einzubüßen.
Die Interventionen aus der Ferne planen wir individuell und berücksichtigen dabei das kognitive Profil der Patientin oder des Patienten. Dadurch können wir wöchentlich eine personalisierte Intervention anbieten. Die Patientinnen und Patienten können jederzeit auf die geplanten Sitzungen zugreifen, die Sitzung unterbrechen und später fortsetzen.
In unserem Fall erfolgt nach Abschluss der wöchentlichen Aufgaben eine telefonische Nachbesprechung. Dabei werden die Ergebnisse erörtert, Stärken und Ziele für die folgende Woche hervorgehoben und zusätzlich Strategien zur Bewältigung von Problemen angeboten, die während der Sitzung aufgetreten sein können.
Dank der Möglichkeit, verschiedene Sprachen zu nutzen, haben wir außerdem Sitzungen auf Katalanisch und Englisch angeboten, um die Alltagsnähe der Interventionen zu fördern und eine personenzentrierte Behandlung zu ermöglichen, die sich an den Präferenzen der Patientinnen und Patienten orientiert.
Warum die Entscheidung für NeuronUP fiel
Die Entscheidung für die Implementierung von NeuronUP entstand aus der Notwendigkeit, über ein flexibles und interaktives Instrument zu verfügen, mit dem personalisierte Programme entworfen werden können, die an das Tempo jeder Patientin und jedes Patienten angepasst werden können und in verschiedenen Sprachen zugänglich sind.
Außerdem mussten wir alle Patientinnen und Patienten unterstützen, die aus ganz Spanien zu uns kommen und auch aus der Ferne weiterhin von ihren wohnortnahen Fachkräften betreut werden möchten. Die Implementierung hat es ermöglicht, den Patientinnen und Patienten eine weitere, dynamischere und ansprechendere Interventionsform anzubieten.
Vorteile von NeuronUP in den Interventionen
Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:
- Ein Fernzugang für alle Patientinnen und Patienten in Spanien.
- Höhere Motivation der jüngeren Nutzerinnen und Nutzer sowie eine Herausforderung für ältere Patientinnen und Patienten, die bisher keinen Zugang zu Technologie hatten.
- Präzise Auswahl und Anpassung der Aktivitäten entsprechend dem neuropsychologischen Profil.
- Quantitative Verlaufsbeobachtung.
- Möglichkeit einer hybriden Behandlung, bei der sowohl am Bildschirm als auch mit Aufgaben auf Papier gearbeitet werden kann.
Akzeptanz von NeuronUP bei den Nutzerinnen und Nutzern
Die Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer waren durchweg positiv. Viele heben den spielerischen Charakter der Aktivitäten, das ansprechende visuelle Design und das Gefühl hervor, in einer sicheren Umgebung den Umgang mit technischen Hilfsmitteln zu erlernen.
Bei älteren Patientinnen und Patienten, auch bei Personen mit wenig technischer Erfahrung, wurde dank der einfachen Bedienung und der professionellen Begleitung eine schrittweise Anpassung beobachtet.
Erfolgsfälle in der kognitiven Rehabilitation der Clínica Universidad Navarra mit NeuronUP
Individuelle Intervention bei einer Patientin mit leichter kognitiver Störung (LKS)
Ein bemerkenswerter Fall betrifft eine 74-jährige Frau mit mittlerem Bildungsabschluss, bei der eine amnestische leichte kognitive Störung diagnostiziert worden war. Sie lebte selbstständig und stellte sich wegen häufigen Vergessens, Schwierigkeiten beim Verfolgen längerer Gespräche und eines Gefühls der „Zerstreutheit“ bei alltäglichen Aufgaben vor.
Nach der neuropsychologischen Untersuchung wurde ein individuelles kognitives Stimulationsprogramm mit wöchentlichen Sitzungen von 45–50 Minuten vorgeschlagen. Dabei wurde die Plattform NeuronUP eingesetzt, um erhaltene kognitive Funktionen zu trainieren und nachlassende Funktionen zu kompensieren.
Die Ziele dieses individuellen Programms umfassten:
- Gedächtnisstrategien zu festigen,
- die Daueraufmerksamkeit zu verbessern
- und das Erleben kognitiver Kontrolle zu fördern.
In einer typischen Sitzung wurden einige der folgenden Aktivitäten eingesetzt:
- Wer hat die Hand gehoben?, zur Förderung der Enkodierung und des Abrufs des episodischen und Arbeitsgedächtnisses. In diesem Spiel müssen sich die Nutzerinnen und Nutzer die Reihenfolge merken, in der die Mitschülerinnen und Mitschüler eines Klassenzimmers die Hand gehoben haben, und sie auf dieselbe Weise wiedergeben.
- Welches Bild ist anders?, zur Förderung der Verarbeitungsgeschwindigkeit und der selektiven Aufmerksamkeit. Dabei müssen die Nutzerinnen und Nutzer auf Arbeitsblättern dasjenige Bild markieren, das sich von den anderen einer Reihe unterscheidet.
- Sequenz ordnen, zum Training des episodischen Gedächtnisses. Bei diesen Arbeitsblättern müssen die Nutzerinnen und Nutzer zuvor eingeprägte visuelle Elemente in die richtige Reihenfolge bringen.
- Sortiere die Käfer, zur Förderung der Verarbeitungsgeschwindigkeit und attentionaler Prozesse. In diesem Spiel müssen die Nutzerinnen und Nutzer verschiedene bewegte Elemente neu anordnen, sodass jedes entsprechend seiner Art auf der richtigen Seite des Bildschirms steht.
Die Aufgaben wurden an den Alltag der Patientin angepasst und um für sie bedeutsame Inhalte (tägliche Gewohnheiten, Hobbys) ergänzt. Im Verlauf der Sitzungen wurden außerdem externe Strategien (Nutzung von Kalendern, verteiltes Wiederholen) und interne Strategien (Visualisierung, Kategorisierung) gefestigt.
Die Patientin zeigte eine sehr aktive Mitarbeit, nahm die Sitzungen wöchentlich wahr und arbeitete an den jeweiligen Wochenzielen. Besonders hervorgehoben wurde ihre bessere Leistung bei Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis, wodurch beispielsweise das Merken von Zahlen erleichtert wurde. Nach sechs Wochen berichtete sie, sich im Alltag sicherer zu fühlen, über eine bessere Aufmerksamkeitsleistung, weniger Frustration beim Vergessen und mehr Eigeninitiative zur Aufrechterhaltung ihrer sozialen und geistigen Aktivitäten zu verfügen.

Individuelle Tele-Rehabilitation bei Parkinson-assoziierter leichter kognitiver Störung
Ein weiterer bemerkenswerter Fall ist der eines 65-jährigen Mannes mit mittlerem Bildungsabschluss und der Diagnose einer mit der Parkinson-Krankheit assoziierten leichten kognitiven Störung, der Aufmerksamkeitsdefizite, eine leichte Impulsivität und Beeinträchtigungen der exekutiven Funktionen aufwies.
Nach der Untersuchung seines Falls wurde ihm eine kognitive Rehabilitation empfohlen. Da es an seinem Wohnort jedoch keine entsprechenden Angebote gibt, wurde ihm eine Online-Intervention vorgeschlagen. Daraufhin wurden wöchentliche Sitzungen von einer Stunde geplant, die je nach zeitlicher Verfügbarkeit des Patienten in Einheiten von 30 oder 60 Minuten durchgeführt werden konnten.
Nach Abschluss der Sitzung wird diese überprüft, um Ziele festzulegen, mögliche Fehler oder Fragen zu klären und die erreichten Ziele zu betrachten. Dazu wird ein Telefontermin vereinbart, bei dem diese Punkte besprochen werden. Nach der Klärung möglicher Fragen mit dem Patienten wird die nächste Sitzung geplant.
In einer typischen Sitzung wurden einige der folgenden Aktivitäten eingesetzt:
- Züge, zur Förderung der Verarbeitungsgeschwindigkeit, des räumlichen Bezugs, der Planung und der Daueraufmerksamkeit. In diesem Spiel müssen die Nutzerinnen und Nutzer alle angezeigten Waggons einsammeln, ohne mit irgendetwas zusammenzustoßen.
- Farbige Ballons, bei dem Daueraufmerksamkeit, Inhibition und Verarbeitungsgeschwindigkeit trainiert werden. Bei diesem Spiel müssen die Nutzerinnen und Nutzer ihre Aufmerksamkeit auf einen Reiz richten, der seine Farbe verändert, und nur dann reagieren, wenn die vorgegebene Farbe erscheint.
- Kettenaufgaben, zum Training des Arbeitsgedächtnisses. Dabei müssen anhand von Arbeitsblättern mehrere Rechenoperationen als Kette ausgeführt werden.
- Dem Labyrinth entkommen, zur Förderung von Planung und Daueraufmerksamkeit. Die Aktivität besteht darin, innerhalb eines Labyrinths von einem Punkt zu einem anderen zu gelangen.
Der Patient hob den unterhaltsamen Charakter der Übungen sowie die Flexibilität der Sitzungen hervor. Er zeigte eine sehr gute Teilnahme an der Intervention und eine äußerst positive Einstellung. Dabei betonte sich, dass seine Haltung ein wichtiger Bestandteil der erzielten Ergebnisse war und sich Verbesserungen bei den trainierten Übungen zeigten.

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Fazit
Die Erfahrungen der CUN mit NeuronUP zeigen das Potenzial digitaler Technologien für eine personalisierte kognitive Rehabilitation. Die Implementierung hat die Interventionen bereichert, die Therapietreue verbessert und die Verlaufskontrolle erleichtert. Dieses Modell verdeutlicht, dass Innovation, wenn sie von wissenschaftlichen und humanistischen Kriterien geleitet wird, die therapeutische Praxis verändern kann, ohne das Wichtigste aus dem Blick zu verlieren: den Menschen.







Nutzung von NeuronUP als Arbeitsinstrument im Patronat Municipal de L’Hospital de Ciutadella
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