Hat dich unser Interview mit Yolanda Higueras bei NeuronUP Talks interessiert? In diesem Artikel teilen wir die von dieser Neuropsychologin empfohlene Literatur, um sich weiter mit Multipler Sklerose zu beschäftigen.
Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten dieses Artikels:
1. Die Bedeutung einer frühzeitigen neuropsychologischen Untersuchung bei Multipler Sklerose (MS).
2. Die Umsetzung evidenzbasierter kombinierter Programme aus kognitiver Rehabilitation und Psychoedukation.
3. Zentrale wissenschaftliche Artikel über MS.
Wer ist die Neuropsychologin Yolanda Higueras?
Yolanda Higueras ist klinische Neuropsychologin und Forscherin mit ausgewiesener Expertise in Multipler Sklerose (MS) und verfügt über umfangreiche Erfahrung in der neuropsychologischen Untersuchung und kognitiven Rehabilitation bei demyelinisierenden Erkrankungen.
Sie ist Doktorin der Psychologie an der University of Bangor (Vereinigtes Königreich), wo sie zu falschen Erinnerungen forschte. Außerdem hat sie Psychologie studiert und einen Master in Klinischer Neuropsychologie und Verhaltensneurologie an der Universidad Complutense de Madrid (UCM) sowie einen Master in Forensischer Neuropsychologie an der Universidad Autónoma de Madrid erworben.
Sie ist vom Consejo General de la Psicología de España als klinische Neuropsychologin anerkannt und durch EuroPsy zertifiziert. Dabei verbindet sie klinische Praxis mit Lehre und Forschung. Seit 2013 ist sie Teil der Einheit für demyelinisierende Erkrankungen des neurologischen Dienstes des Hospital General Universitario Gregorio Marañón (Madrid), wo sie kognitive Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit Multipler Sklerose und anderen demyelinisierenden Erkrankungen untersucht und behandelt.
Darüber hinaus ist sie Dozentin im Bachelorstudiengang Psychologie an der Universidad Complutense de Madrid (UCM) und lehrt Neuropsychologie im Rahmen von Aufbaustudiengängen an Universitäten wie UNIR, Universidad Loyola und Universidad Nebrija. Damit trägt sie zur Ausbildung neuer Fachkräfte in klinischer Neuropsychologie und kognitiver Stimulation bei.
Ihr Profil macht sie zu einer Referenz für Fachkräfte der Neurorehabilitation und der kognitiven Intervention bei Multipler Sklerose (MS). Sie verbindet evidenzbasierte klinische Praxis, spezialisierte Forschung und universitäre Lehre.
Interview mit Yolanda Higueras bei NeuronUP Talks
In dieser neuen Folge von NeuronUP Talks, dem Podcast von NeuronUP, spricht Marcos Ríos mit der Neuropsychologin Yolanda Higueras darüber, wie sich Multiple Sklerose (MS) auf Denken, Emotionen und Lebensqualität auswirkt.
Beide sprechen über die kognitiven und emotionalen Herausforderungen dieser chronischen neuroimmunologischen Erkrankung sowie über die zentrale Rolle der Neuropsychologie bei ihrer Behandlung.
Diese Folge von NeuronUP Talks über Multiple Sklerose ist für dich interessant, wenn du in der neuropsychologischen Untersuchung und kognitiven Rehabilitation bei demyelinisierenden Erkrankungen tätig bist.
Begleite uns und entdecke die unsichtbare Seite der Multiplen Sklerose (MS) anhand der folgenden wichtigen Punkte:
- Die Bedeutung der neuropsychologischen Untersuchung ab der Diagnosestellung.
- Die unsichtbaren Symptome, die den Alltag von Menschen mit MS beeinflussen.
- Die Notwendigkeit multidisziplinärer Teams und kombinierter Programme zur kognitiven Rehabilitation.
- Psychoedukation als präventives Instrument.
- Wissenschaftliche Fortschritte, die Prognose und Zukunft der Multiplen Sklerose verändern.

Melden Sie sich
für unseren
Newsletter an
Empfohlene Literatur zu Multipler Sklerose
Empfohlene wissenschaftliche Artikel über MS
- Benedict, R. H. B., DeLuca, J., Enzinger, C., Geurts, J. J. G., Krupp, L. B., & Rao, S. M. (2017). Neuropsychology of Multiple Sclerosis: Looking Back and Moving Forward. Journal of the International Neuropsychological Society, 23(9-10), 832–842. https://doi.org/10.1017/S1355617717000959
- Benedict, R. H. B., Amato, M. P., DeLuca, J., & Geurts, J. J. G. (2020). Cognitive impairment in multiple sclerosis: clinical management, MRI, and therapeutic avenues. The Lancet Neurology, 19(10), 860–871. https://doi.org/10.1016/S1474-4422(20)30277-5
- Chen, M. H., Goverover, Y., Genova, H. M., & DeLuca, J. (2020). Cognitive Efficacy of Pharmacologic Treatments in Multiple Sclerosis: A Systematic Review. CNS Drugs, 34(6), 599–628. https://doi.org/10.1007/s40263-020-00734-4
- Chen, M. H., Chiaravalloti, N. D., & DeLuca, J. (2021). Neurological update: cognitive rehabilitation in multiple sclerosis. Journal of Neurology, 268(12), 4908–4914. https://doi.org/10.1007/s00415-021-10618-2
- Costa, S. L., Genova, H. M., DeLuca, J., & Chiaravalloti, N. D. (2017). Information processing speed in multiple sclerosis: Past, present, and future. Multiple Sclerosis Journal, 23(6), 772–789. https://doi.org/10.1177/1352458516645869
- Cuello, J. P., Meldaña Rivera, A., Monreal, E., Gómez Lozano, A., García Cano, A. M., García Domínguez, J. M., Fernández Velasco, J. I., Costa-Frossard França, L., Goicochea, H., Higueras, Y., De León-Luis, J. A., Sainz De La Maza, S., Villarrubia, N., Arribas Gómez, I., Ruiz Perez, I., Martinez Ginés, M. L., & Villar, L. M. (2024). Emerging biomarkers for improving pregnancy planning in multiple sclerosis. Frontiers in Neurology, 15, 1292296. https://doi.org/10.3389/fneur.2024.1292296
- DeLuca, J., Chiaravalloti, N. D., & Sandroff, B. M. (2020). Treatment and management of cognitive dysfunction in patients with multiple sclerosis. Nature Reviews Neurology, 16(6), 319–332. https://doi.org/10.1038/s41582-020-0355-1
- DeLuca, J. (2024). Fatigue in multiple sclerosis: can we measure it and can we treat it? Journal of Neurology, 271(9), 6388–6392. https://doi.org/10.1007/s00415-024-12524-9
- Goverover, Y., Chiaravalloti, N. D., O’Brien, A. R., & DeLuca, J. (2018). Evidenced-Based Cognitive Rehabilitation for Persons With Multiple Sclerosis: An Updated Review of the Literature From 2007 to 2016. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation, 99(2), 390–407. https://doi.org/10.1016/j.apmr.2017.07.021
- Gromisch, E. S., Imitola, J., Agresta, T., Turner, A. P., Foley, F. W., Gokhale, S. S., Raskin, S. A., Zemon, V., Neto, L. O., Bailey, M., & DeLuca, J. (2025). Mobile-based cognitive screening tools in multiple sclerosis: Scoping literature and app store review. Multiple Sclerosis and Related Disorders, 104, 106782. https://doi.org/10.1016/j.msard.2025.106782
- Higueras, Y., Borges, M., Jiménez-Martín, I., Conde, C., Aparicio-Mingueza, A., Sierra-Martínez, E., Gich-Fulla, J., Balaguer-Marmaña, M., Gil-Sánchez, A., Anglada, E., Jover, A., Pérez-Martín, M. Y., Arévalo, M. J., Arrabal-Gómez, C., Jiménez-Veiga, J., Lubrini, G., Molano, A., & García-Vaz, F. (2022). Cognitive assessment in patients with multiple sclerosis: A Spanish consensus. Frontiers in Rehabilitation Sciences, 3, 1006699. https://doi.org/10.3389/fresc.2022.1006699
- Meca-Lallana, V., Gascón-Giménez, F., Ginestal-López, R. C., Higueras, Y., Téllez-Lara, N., Carreres-Polo, J., Eichau-Madueño, S., Romero-Imbroda, J., Vidal-Jordana, Á., & Pérez-Miralles, F. (2021). Cognitive impairment in multiple sclerosis: diagnosis and monitoring. Neurological Sciences, 42(12), 5183–5193. https://doi.org/10.1007/s10072-021-05165-7
- Sumowski, J. F., Levy, S., Katz Sand, I., Brandstadter, R., Dvorak, E., Anderson, J., Fabian, M. T., Graney, R. A., Lublin, F. D., Miller, A. E., & Sandry, J. (2025). Cognition in multiple sclerosis within the modern diagnostic and treatment era. Brain, 148(X), awaf446. https://doi.org/10.1093/brain/awaf446
Erfahren Sie noch mehr über
NeuronUP
Kostenlos testen
Die Plattform, die mehr als 3.500 Fachkräfte täglich nutzen
Häufig gestellte Fragen zum neuropsychologischen Umgang mit Multipler Sklerose (MS)
1. Welche Bevölkerungsgruppe ist hauptsächlich von Multipler Sklerose betroffen?
Multiple Sklerose (MS) ist eine neuroimmunologische und neurodegenerative Erkrankung, die überwiegend junge Erwachsene betrifft; häufig wird sie im Alter zwischen 25 und 45 Jahren diagnostiziert. Obwohl sie bei Frauen häufiger auftritt (Verhältnis 3:1), haben Männer meist eine schlechtere Prognose und entwickeln schneller eine zunehmende Behinderung.
2. Welches Profil kognitiver Beeinträchtigungen ist bei Menschen mit Multipler Sklerose am typischsten?
Im Gegensatz zu kortikalen Demenzen ist das kognitive Profil bei MS durch eine allgemeine Verlangsamung und einen höheren mentalen Aufwand bei der Informationsverarbeitung gekennzeichnet. Besonders empfindlich reagieren folgende Prozesse:
- Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit: Dies ist das häufigste und früheste Defizit und bildet die zentrale Achse der kognitiven Dysfunktion.
- Komplexe Aufmerksamkeit: Insbesondere die Resistenz gegenüber Interferenzen, die Fähigkeit zum Wechsel zwischen Aufgaben und die Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit unter Zeitdruck.
- Arbeits- und episodisches Gedächtnis: Schwierigkeiten, Informationen in Echtzeit zu manipulieren und neue Lerninhalte zu konsolidieren.
- Exekutive Funktionen: Probleme bei der Planung und Organisation alltäglicher Aufgaben sowie in fortgeschrittenen Stadien Beeinträchtigungen der Theory of Mind.
3. Wie unterscheidet sich primäre von sekundärer Fatigue bei Multipler Sklerose?
Primäre Fatigue steht in direktem Zusammenhang mit der Aktivität funktioneller neuronaler Netzwerke und der Überaktivierung des Immunsystems zum Ausgleich der Schädigung. Sekundäre Fatigue hingegen ist mit Komorbiditäten wie Schlafstörungen, Blasenproblemen oder infolge der Diagnose auftretenden affektiven Veränderungen verbunden.
4. Welche Protokolle werden für die neuropsychologische Untersuchung bei Multipler Sklerose empfohlen?
Nach dem von Experten wie Dr. Higueras geleiteten spanischen Konsens wird empfohlen, ab der Diagnosestellung eine umfassende Ausgangserhebung durchzuführen, die Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Gedächtnis und exekutive Funktionen umfasst. Zudem ist es entscheidend, Selbsteinschätzungsskalen zu Lebensqualität, Fatigue und Stimmung einzubeziehen.
5. Wie häufig sollte die kognitive Verlaufskontrolle bei Multipler Sklerose erfolgen?
Obwohl in der klinischen Praxis darüber diskutiert wird, empfiehlt der aktuelle Konsens Verlaufskontrollen alle zwei Jahre. Sie sollten jedoch stets dem klinischen Ermessen unterliegen, wenn eine Verschlechterung vermutet wird oder neue Schübe auftreten.
6. Gibt es wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit der kognitiven Rehabilitation bei Multipler Sklerose?
Ja. Die aktuelle wissenschaftliche Literatur belegt die Wirksamkeit neurorehabilitativer Programme, insbesondere wenn sie als kombinierte Programme kognitives Training mit aerobem körperlichem Training, Achtsamkeit oder Psychoedukation verbinden. Es gibt validierte spezifische Verfahren, die sogar Verbesserungen in der funktionellen Bildgebung nach der Intervention gezeigt haben.
7. Warum gilt Psychoedukation als wichtiges präventives Instrument bei Multipler Sklerose?
Psychoedukation ist die erste präventive Aufgabe der Neuropsychologie nach der MS-Diagnose. Ziel ist, dass die Patientin oder der Patient versteht, was kognitive Prozesse sind, welche Schwierigkeiten auftreten können und wie die Funktionsfähigkeit möglichst lange erhalten werden kann. Diese Intervention hilft dabei:
- Erlernte Hilflosigkeit zu reduzieren: Indem der Patientin oder dem Patienten konkrete Möglichkeiten für die eigene Gesundheit vermittelt werden, wird dem durch die Ungewissheit der Erkrankung entstehenden Kontrollverlust entgegengewirkt.
- Mit klinischer Offenheit umzugehen“: Laut Dr. Higueras ist Psychoedukation die „Kunst, die Wahrheit zu vermitteln“, wobei technische Informationen an das angepasst werden, was die Patientin oder der Patient in jeder Phase emotional verarbeiten kann.
- Klinische Warnzeichen zu erkennen: Dies ist entscheidend, damit die Patientin oder der Patient einen Schub (Rückfall) erkennt und weiß, wann eine sofortige Vorstellung im Krankenhaus erforderlich ist.
- Das Umfeld einzubeziehen: Angehörige werden dabei unterstützt, von Pflegenden zu Begleitpersonen zu werden, den Alltag zu normalisieren und die kognitive Reserve der Patientin oder des Patienten zu unterstützen.
NeuronUP Talks — der Podcast, in dem Fachkräfte aus Neuropsychologie, Neurorehabilitation und kognitiver Gesundheit Wissen, Praxis und Zukunft teilen.







Neuropsychologische Diagnostik im Krankenhaus: kognitive Auswirkungen des Klinikaufenthalts und klinische Empfehlungen
Schreiben Sie einen Kommentar