Iban Onandia-Hinchado, auf Kinder und Jugendliche spezialisierter Psychologe mit Schwerpunkt Neuropsychologie, stellt einen praxisnahen Leitfaden vor, wie Kinder mit Autismus und Hochbegabung kognitiv gefördert werden können.
Einführung
Die doppelte Exzeptionalität, im Englischen als twice-exceptionality (2e) bezeichnet, bezieht sich auf Kinder, die gleichzeitig ein hohes kognitives Potenzial — intellektuelle Hochbegabung (AACC) — und eine neurologische Entwicklungsstörung wie eine Autismus-Spektrum-Störung (TEA) aufweisen. Dieses Profil stellt Bildungssysteme, Familien und Fachkräfte im Bereich der psychischen Gesundheit vor eine Herausforderung, da es außergewöhnliches Potenzial mit spezifischen Bedürfnissen verbindet, die bei ausbleibender Berücksichtigung zu Frustration, Angst und schulischem Versagen führen können (Assouline, Foley-Nicpon, & Doobay, 2010; Fernández-Alvarado & Onandia-Hinchado, 2022).
In diesem Zusammenhang ist das Interesse an der kognitiven Förderung von Kindern mit doppelter Exzeptionalität nicht rein akademischer Natur: Es handelt sich um eine soziale und pädagogische Notwendigkeit. Schulsysteme fördern Kinder mit TEA meist einerseits — durch spezialisierte Unterstützungsprogramme — und Kinder mit AACC andererseits — durch Maßnahmen zur curricularen Anreicherung —, integrieren beide Ansätze jedoch nur selten in einem gemeinsamen Plan. Infolgedessen werden Minderjährige mit diesem Profil häufig zu selten diagnostiziert und unzureichend unterstützt (Ronksley-Pavia, 2015).
Dieser Artikel beleuchtet die theoretischen Grundlagen beider Bedingungen, die Erscheinungsformen der doppelten Exzeptionalität, ihre Prävalenz, diagnostische Herausforderungen, die Risiken für die psychische Gesundheit und insbesondere Strategien der kognitiven Intervention. Grundlage sind einschlägige wissenschaftliche Artikel sowie allgemeinverständliche Materialien aus dem Blog von Psicología Amorebieta, die anwendbare und zugängliche Beispiele liefern.
Was ist Autismus und wie beeinflusst er die kognitive Entwicklung von Kindern?
TEA ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die durch anhaltende Beeinträchtigungen der wechselseitigen sozialen Kommunikation und das Vorliegen restriktiver und repetitiver Muster des Verhaltens, der Interessen oder Aktivitäten gekennzeichnet ist (APA, 2022). Sie weist eine große Heterogenität auf: Einige Kinder verfügen über eine funktionale Sprache und einen Intelligenzquotienten (IQ) im oder über dem Durchschnitt, während andere erhebliche Beeinträchtigungen der intellektuellen Entwicklung und der Sprache zeigen. Diese Variabilität macht es notwendig, von einem „Spektrum“ zu sprechen.
Auf kognitiver Ebene haben Untersuchungen wie jene von Hill (2004) und Pellicano (2010) gezeigt, dass einige Stärken vorhanden sind (visuelles und mechanisches Gedächtnis, Detailgenauigkeit, logisch-systematisches Schlussfolgern, Fähigkeit zur Mustererkennung), aber auch Herausforderungen: Beeinträchtigungen der exekutiven Funktionen (Planung, Flexibilität, Inhibition), Schwierigkeiten bei der Generalisierung, Probleme im Bereich der Theory of Mind und der sozialen Kognition.
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit (Fernández-Alvarado & Onandia-Hinchado, 2022) bestätigt, dass sich das kognitive Profil von TEA bei Kindern und Jugendlichen nicht auf ein globales Defizit reduzieren lässt, sondern ein differenzielles Muster mit Stärken und Vulnerabilitäten darstellt, was unmittelbare Auswirkungen auf pädagogische und klinische Interventionen hat.
Was ist kognitive Hochbegabung (AACC) und wie zeigt sie sich im Kindesalter?
Die intellektuelle Hochbegabung ist ein umfassendes Konstrukt, das Kinder mit einer deutlich überdurchschnittlichen kognitiven Leistungsfähigkeit umfasst, sei es in der allgemeinen Intelligenz (IQ > 130), in spezifischen Fähigkeiten (mathematischen, sprachlichen, musikalischen oder künstlerischen) oder in Kreativität und Innovation (Subotnik, et al., 2011).
Aktuelle Modelle wie jenes von Renzulli (2016) betonen drei zentrale Komponenten: intellektuelle Fähigkeit, Kreativität und Aufgabenmotivation. Im Kindesalter äußern sie sich in:
- Schnellem und tiefgreifendem Lernen.
- Unstillbarer Neugier und kritischem Denken.
- Der Fähigkeit, abstrakte Konzepte bereits in frühem Alter zu verstehen.
- Emotionaler und moralischer Sensibilität, häufig verbunden mit Perfektionismus.
Dennoch ist nicht alles ein Vorteil: Kinder mit AACC können auch Frustration aufgrund fehlender Herausforderungen erleben, sich von ihren Mitschülern unterscheiden und Angst oder ein geringes Selbstwertgefühl entwickeln.
Onandia-Hinchado (2025a) hat die These ausgearbeitet, dass viele Verhaltensweisen, die als „Hyperaktivität“ oder „Nervosität“ interpretiert werden, in manchen Fällen ein Hochbegabungsprofil verbergen, das eine andere Art von Anregung benötigt.

Melden Sie sich
für unseren
Newsletter an
Autismus und Hochbegabung: Wie zeigt sich diese doppelte Exzeptionalität?
Das gleichzeitige Auftreten von TEA und AACC führt zu heterogenen Profilen, in denen sich außergewöhnliche Begabungen mit adaptiven Herausforderungen verbinden. Eingeschränkte Interessen können zu Motoren der Begabung werden und eine frühe Spezialisierung auf bestimmte Bereiche hervorbringen. Das intellektuelle Potenzial kann jedoch durch Schwierigkeiten bei Organisation, Kommunikation und kognitiver Flexibilität verborgen bleiben (Foley-Nicpon, Assouline, & Colangelo, 2013).
Wenn TEA und AACC zusammentreffen, entsteht außerdem ein einzigartiges Profil:
- Eingeschränkte Interessen als Begabungen: Was bei Autismus als Fixierung betrachtet wird, kann in Verbindung mit AACC zu einem frühen Spezialisierungsbereich werden. Beispiel: Ein Kind, das von Planeten fasziniert ist, entwickelt fortgeschrittene Kompetenzen in Astronomie und Mathematik.
- Diskrepanz zwischen Fähigkeit und Leistung: Ein Schüler mit ausgeprägtem abstraktem Denkvermögen kann aufgrund mangelnder Organisation oder Problemen bei der sozialen Interaktion in Fächern schlechte Leistungen erbringen.
- Heterogene Kognition: In einigen Indizes der WISC-V (wahrnehmungsbezogenes Schlussfolgern, Wortschatz) zeigen sich herausragende Leistungen, während die Werte bei Verarbeitungsgeschwindigkeit oder Arbeitsgedächtnis niedrig sind (Burger-Veltmeijer et al., 2011).
Dieser Kontrast führt zu Unverständnis: Lehrkräfte und Familien sehen möglicherweise ein „brillantes Kind“, das sich nicht sozial integrieren kann oder keine konstanten schulischen Leistungen erbringt.
Es wurde hervorgehoben, dass Phänomene wie das früher als Subtyp einer autistischen Störung beschriebene Savant-Syndrom zeigen, dass Begabung in atypischen Profilen zutage treten kann (Treffert, 2009).
Prävalenz des doppelt außergewöhnlichen Profils: Autismus und AACC
Die Prävalenzschätzungen variieren je nach Methodik. Einige Studien legen nahe, dass zwischen 2 % und 10 % der Kinder mit AACC auch TEA aufweisen (Ronksley-Pavia, 2015). Umgekehrt hätten etwa 5–7 % der Kinder mit TEA einen IQ von über 120 (Baron-Cohen et al., 2009). Die Literatur stimmt darin überein, dass es sich um ein unterschätztes und selten diagnostiziertes Profil handelt.
In Spanien unterstreicht die Übersichtsarbeit von Fernández-Alvarado und Onandia-Hinchado (2022) das Fehlen umfangreicher Bevölkerungsstudien und den Bedarf an spezifischer Forschung.
Herausforderungen bei der Diagnose der doppelten Exzeptionalität
Die Identifizierung dieser doppelten Bedingung ist aus mehreren Gründen eine Herausforderung:
- Gegenseitige Maskierung: Die Begabung kann die für TEA typischen sozialen Schwierigkeiten verbergen, während Kommunikationsprobleme das intellektuelle Potenzial überdecken können.
- Begrenzte Instrumente: Tests wie die WISC-V erfassen weder Kreativität noch Motivation, obwohl diese Aspekte bei AACC wesentlich sind.
- Unzureichende Ausbildung: Viele Lehrkräfte und Beratungsfachkräfte sind nicht dafür ausgebildet, doppelte Exzeptionalität zu erkennen (Bianco et al., 2009).
- Fehlerhafte Differenzialdiagnosen: Hyperaktivität oder Aufmerksamkeitsprobleme können ausschließlich TDAH oder störendem Verhalten zugeschrieben werden.
Im Blog von Psicología Amorebieta wird darauf hingewiesen, dass Hyperaktivität oder störendes Verhalten häufig mit anderen Diagnosen verwechselt werden, was die Bedeutung eines differenzialdiagnostischen Ansatzes unterstreicht (Onandia-Hinchado, 2025b).
Psychische Gesundheit von Kindern mit doppelter Exzeptionalität
Diese Kinder haben ein erhöhtes Risiko für Angst, Depressionen und ein geringes Selbstwertgefühl, das aus der Diskrepanz zwischen Potenzial und Leistung sowie aus Erfahrungen sozialer Ausgrenzung resultiert (Foley-Nicpon et al., 2013). Die emotionale und psychologische Unterstützung ist ebenso notwendig wie die kognitive Förderung. Ohne diese Unterstützung steigt das Risiko von Ausgrenzung und Leid.
Der Blog von Psicología Amorebieta widmet der Bedeutung exekutiver Funktionen für das psychische Wohlbefinden einen eigenen Beitrag und zeigt auf, wie sie die Selbstregulation und die Fähigkeit zur Bewältigung komplexer Anforderungen beeinflussen (Onandia-Hinchado, 2025b).
Wie kann man Kinder mit Autismus und Hochbegabung kognitiv fördern?
Wirksame Interventionen verbinden Strategien zur Bereicherung mit TEA-spezifischen Unterstützungsmaßnahmen auf ganzheitliche und flexible Weise. Dabei werden Ansätze der Begabtenförderung mit typischen Unterstützungsangeboten für TEA kombiniert. Dazu gehören:
- Lernen auf Grundlage eingeschränkter Interessen: Eingeschränkte Interessen als Ausgangspunkt für Forschungsprojekte, Problemlöseaufgaben oder kreative Aktivitäten nutzen.
- Programme zur curricularen Anreicherung (Maker & Nielson, 1996) mit Erfahrungen des Erkundens, der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und vertiefenden Projekten.
- Training exekutiver Funktionen und der Flexibilität (Kenworthy et al., 2014) mit Planungsaktivitäten (Schach, Robotik), Übungen zur Flexibilität (Rollenspiele, Improvisation) und zur Inhibition (Aufgaben zur Aufmerksamkeitskontrolle).
- Förderung divergenten und kreativen Denkens, etwa durch Schreibwerkstätten, bildnerisches Gestalten und offene MINT-Herausforderungen.
- Strukturiertes kooperatives Lernen mit klaren Rollen, positiver Interdependenz und Begleitung durch Erwachsene.
- Einsatz von Technologie und Bildungsrobotik, beispielsweise durch adaptive Plattformen, Programmier-Apps (z. B. Scratch) und Robotik (z. B. Lego Mindstorms).
- Psychologische Unterstützung, einschließlich Therapien gegen Angst, geringes Selbstwertgefühl oder soziale Kompetenzdefizite.
Das ideale Programm kombiniert all diese Maßnahmen, passt sich an die Bedürfnisse der jeweiligen Person an und ermöglicht eine flexible Anpassung der Ziele. Es handelt sich daher um eine vollständig individualisierte Intervention.
Schlussfolgerungen und abschließende Empfehlungen
Jungen und Mädchen mit intellektueller Hochbegabung (AACC) und Autismus-Spektrum-Störung (TEA) stellen ein einzigartiges Profil innerhalb der Neurodiversität dar, in dem Lernpotenzial und Kreativität mit weitreichenden adaptiven sowie sozioemotionalen Herausforderungen zusammentreffen. Diese doppelte Exzeptionalität ist für Familien, Lehrkräfte und Fachkräfte im Gesundheitswesen zugleich eine Chance und eine Herausforderung.
Erstens ist es grundlegend, die Unsichtbarkeit zu überwinden. Zu lange blieben diese Profile unter Teildiagnosen oder reduzierten Erwartungen verborgen, was zu Frustration, geringem Selbstwertgefühl und dem Verlust von Begabungen führte. Eine frühzeitige Identifizierung anhand von Verfahren, die sowohl für AACC als auch für TEA sensibel sind, bildet die Grundlage jeder wirksamen Intervention.
Zweitens müssen Interventionsprogramme flexibel, individualisiert und multidisziplinär sein. Es reicht nicht aus, standardisierte Maßnahmen für TEA oder AACC getrennt anzuwenden: Notwendig sind individuell zugeschnittene Wege, die kognitive Förderung, pädagogische Unterstützung und emotionale Begleitung verbinden. Ziel ist nicht nur die Verbesserung der schulischen Leistung, sondern auch die Förderung von Selbstständigkeit, Resilienz und psychischem Wohlbefinden.
Testen Sie NeuronUP 7 Tage kostenlos
Probieren Sie unsere verschiedenen Übungen, erstellen Sie Sitzungen oder arbeiten Sie remote mithilfe von Online-Sitzungen
Drittens ist ein kultureller und ausbildungsbezogener Wandel im Bildungssystem erforderlich. Lehrkräfte benötigen Ressourcen, spezifische Fortbildungen und einen offenen Blick auf die Vielfalt der Profile. Familien wiederum brauchen Beratung und Begleitung, um zu verstehen, dass die Merkmale ihres Sohnes oder ihrer Tochter keinen Widerspruch darstellen, sondern eine besondere Art der Entwicklung des eigenen Potenzials sind.
Viertens ist es unerlässlich, Lehrkräfte und Familien für das Verständnis der doppelten Exzeptionalität zu schulen und sie aktiv in die Interventionen einzubeziehen. Die Sensibilisierung und Qualifizierung des nahen Umfelds sind entscheidend dafür, dass pädagogische und klinische Strategien funktionieren. Schule und Familie sollten nicht lediglich Empfänger externer Vorgaben sein, sondern mitverantwortliche Akteure, die an der Planung, Umsetzung und Verlaufskontrolle der Maßnahmen beteiligt sind. Nur durch dieses gemeinsame Engagement lassen sich stabile, kohärente und bereichernde Umgebungen schaffen, die sowohl die Entwicklung der Begabung als auch das sozioemotionale Wohlbefinden fördern.
Schließlich ist es unerlässlich, die Forschung zu stärken. In Spanien verfügen wir kaum über belastbare Bevölkerungsstudien zur Prävalenz und Entwicklung dieser doppelten Exzeptionalität. Fortschritte auf diesem Gebiet werden die Entwicklung evidenzbasierter Bildungspolitik und wissenschaftlich validierter Interventionsprogramme ermöglichen.
Zusammenfassend sollte die doppelte Exzeptionalität nicht als Hindernis, sondern als ein Horizont voller Möglichkeiten verstanden werden. Eine angemessene Unterstützung dieser Kinder bedeutet nicht nur, ihre persönliche Entwicklung zu fördern, sondern auch die Gesellschaft durch ihre einzigartige Begabung zu bereichern. Wie Fernández-Alvarado und Onandia-Hinchado (2022) betonen, besteht die Herausforderung nicht darin, zwischen der Förderung der Begabung und der Unterstützung der Bedürfnisse zu wählen, sondern einen ganzheitlichen Ansatz zu entwickeln, der beide Dimensionen verbindet und Inklusion, Wohlbefinden und eine umfassende Entwicklung gewährleistet.
Literaturverzeichnis
- APA. (2022). Manual diagnóstico y estadístico de los trastornos mentales (5ª ed., texto revisado).
- Assouline, S. G., Foley-Nicpon, M., & Doobay, A. F. (2010). Cognitive and psychosocial characteristics of gifted students with written language disability. Gifted Child Quarterly, 54(3), 208-218.
- Baron-Cohen, S., Scott, F., Allison, C., Williams, J., Bolton, P., Matthews, F. E., & Brayne, C. (2009). Prevalence of autism-spectrum conditions: UK school-based population study. British Journal of Psychiatry, 194(6), 500-509.
- Bianco, M., Carothers, D. E., & Smiley, L. R. (2009). Gifted students with Asperger’s Syndrome: Strategies for strength-based programming. TEACHING Exceptional Children, 42(1), 36-44.
- Burger-Veltmeijer, A. E. J., Minnaert, A. E. M. G., Van den Bosch, E., & Van den Berg, D. E. (2011). The co-occurrence of intellectual giftedness and autism spectrum disorders. Educational Research Review, 6(1), 67-88. doi:10.1016/j.edurev.2010.10.001.
- Fernández-Alvarado, P., & Onandia-Hinchado, I. (2022). Perfil cognitivo del trastorno del espectro autista en población infantojuvenil: una revisión sistemática. Revista de Psicología Clínica con Niños y Adolescentes, 9(3), 1-14. https://doi.org/10.21134/rpcna.2022.09.3.3
- Foley-Nicpon, M., Assouline, S. G., & Colangelo, N. (2013). Twice-exceptional learners: Who needs to know what? Gifted Child Quarterly, 57(3), 169-180. doi:10.1177/00169862134900.
- Hill, E. L. (2004). Executive dysfunction in autism. Trends in Cognitive Sciences, 8(1), 26-32.
- Kenworthy, L., Anthony, L. G., Naiman, D. Q., Cannon, L., Wills, M. C., Luong-Tran, C., … & Wallace, G. L. (2014). Randomized controlled effectiveness trial of executive function intervention for children on the autism spectrum. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 55(4), 374-383.
- Maker, C. J., & Nielson, A. B. (1996). Curriculum development and teaching strategies for gifted learners. Pro-Ed.
- Pellicano, E. (2010). Individual differences in executive function and central coherence predict developmental changes in theory of mind in autism. Developmental Psychology, 46(2), 530-544.
- Onandia-Hinchado, I. (2025a, 9 de junio). ¿Y si no solo es que “tiene mucha energía”?. Psicología Amorebieta. Recuperado dehttps://psicologiaamorebieta.es/3722-2/
- Onandia-Hinchado, I. (2025b, 12 de mayo). Las funciones ejecutivas. Psicología Amorebieta. Recuperado de https://psicologiaamorebieta.es/3668-2/
- Renzulli, J. S. (2016). Reexamining the role of gifted education and talent development. Gifted Child Quarterly, 60(4), 236-239. doi:10.1177/0016986212444901
- Ronksley-Pavia, M. (2015). A model of twice-exceptionality: Explaining and defining the apparent paradoxical combination of disability and giftedness in childhood. Journal for the Education of the Gifted, 38(3), 318–340.
- Subotnik, R. F., Olszewski-Kubilius, P., & Worrell, F. C. (2011). Rethinking giftedness and gifted education: A proposed direction forward based on psychological science. Psychological Science in the Public Interest, 12(1), 3–54. doi: 10.1177/152910061141805
- Treffert, D. A. (2009). The savant syndrome: An extraordinary condition. A synopsis: past, present, future. Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences, 364(1522), 1351–1357. doi:10.1098/rstb.2008.0326
Häufig gestellte Fragen zur doppelten Exzeptionalität von TEA und AACC
1. Was bedeutet doppelte Exzeptionalität bei Kindern?
Die doppelte Exzeptionalität bezeichnet Kinder, die gleichzeitig eine intellektuelle Hochbegabung (AACC) und eine neurologische Entwicklungsstörung wie eine Autismus-Spektrum-Störung (TEA) aufweisen. Dieses Profil verbindet ein hohes kognitives Potenzial mit spezifischen pädagogischen und sozioemotionalen Bedürfnissen.
2. Wie lässt sich ein Kind mit Autismus und Hochbegabung erkennen?
Die Identifizierung ist wegen der gegenseitigen Maskierung oft schwierig: Kognitive Fähigkeiten können soziale Schwierigkeiten verbergen, während Autismusmerkmale die Begabung überdecken können. Eine umfassende neuropsychologische Untersuchung zusammen mit klinischer und pädagogischer Beobachtung ist für eine geeignete Diagnose entscheidend.
3. Welche Schwierigkeiten treten bei Kindern mit doppelter Exzeptionalität häufig auf?
Neben unregelmäßigen schulischen Leistungen können sie Angst, ein geringes Selbstwertgefühl, Organisationsprobleme, kognitive Rigidität und Schwierigkeiten bei der sozialen Interaktion erleben. Die Diskrepanz zwischen Fähigkeiten und Ergebnissen führt im schulischen wie im persönlichen Bereich häufig zu Frustration.
4. Welche pädagogischen Strategien sind für die Förderung dieser Kinder am wirksamsten?
Empfohlen werden die curriculare Anreicherung, interessenbasiertes Lernen, das Training exekutiver Funktionen, kreative Programme und der Einsatz von Bildungstechnologie. All dies sollte mit TEA-spezifischen Unterstützungsmaßnahmen wie der Strukturierung von Routinen, der expliziten Vermittlung sozialer Kompetenzen und emotionaler Begleitung verbunden werden.
5. Welche Rolle spielen Familien bei der kognitiven Förderung?
Familien sind wichtige Akteure. Ihre aktive Beteiligung ermöglicht es, Interventionen zu verstärken, ein stabiles Umfeld zu schaffen und zu verstehen, dass die Merkmale ihres Kindes keinen Widerspruch darstellen, sondern eine besondere Art der Entwicklung seines Potenzials sind. Außerdem können sie eng mit Lehrkräften und medizinischen Fachkräften zusammenarbeiten.
6. Welche Risiken bestehen, wenn die doppelte Exzeptionalität nicht angemessen berücksichtigt wird?
Eine fehlende frühzeitige Erkennung und Intervention kann zu schulischem Versagen, sozialer Ausgrenzung, Angst, Depressionen und dem Verlust von Begabungen führen. Eine ganzheitliche Unterstützung dieser Kinder fördert nicht nur ihr Wohlbefinden, sondern trägt auch zur Bereicherung der Gesellschaft bei.
7. Gibt es spezielle Programme für Kinder mit TEA und Hochbegabung?
Obwohl die Forschung noch begrenzt ist, wurden angepasste Programme zur Bereicherung, Interventionen für exekutive Funktionen und kooperative Lernprojekte entwickelt, die Wirksamkeit zeigen. Entscheidend ist die Gestaltung individualisierter und multidisziplinärer Förderwege.






Neurorehabilitation und kognitive Stimulation in ressourcenarmen Regionen: das PsicoNED-Projekt auf Sansibar
Schreiben Sie einen Kommentar