Der Kinderneuropsychologe Salus Corpas erklärt was das kindliche Arbeitsgedächtnis ist, wie es mit dem Lernen zusammenhängt und welche Strategien zu Hause und in der Schule helfen können.
Das Arbeitsgedächtnis bei Kindern ist ein zentrales kognitives System, das wichtige Lernprozesse wie Lesen, Kopfrechnen und Schreiben unterstützt. Dieser klinische Artikel geht näher auf Warnsignale, Hinweise für eine sorgfältige neuropsychologische Diagnostik und die Auswirkungen auf Entwicklungsstörungen wie ADHS, Legasthenie oder ASS ein. Außerdem bietet er praktische Strategien zur Intervention und Anpassung der Umgebung, um die kognitive Belastung zu verringern, mit Mythen aufzuräumen und die Unterstützung im Unterricht und zu Hause zu optimieren.
Einleitung
Ein Kind kann zerstreut, langsam oder unaufmerksam wirken, obwohl die Schwierigkeit tatsächlich in einer ganz bestimmten Fähigkeit liegt: dem Gedächtnis für Arbeitsprozesse. Dieses ermöglicht es, Informationen einige Sekunden lang aktiv zu halten und zur Lösung einer Aufgabe zu verwenden. Es wird gebraucht, um die Anweisung „Öffne dein Heft, schreibe das Datum ab, unterstreiche die Überschrift und löse die erste Aufgabe“ zu hören, ohne unterwegs den Faden zu verlieren.
Im Kindesalter ist das Arbeitsgedächtnis am Lesen, Kopfrechnen, Schreiben, Verstehen von Anweisungen und Planen beteiligt. Wenn es gut funktioniert, arbeitet es unbemerkt. Wenn es überlastet ist, kann der Klassenraum zu einem Raum voller Anweisungen werden, die verschwinden, bevor sie genutzt werden können.
Was ist das Arbeitsgedächtnis bei Kindern?
Das Arbeitsgedächtnis ist ein kognitives System mit begrenzter Kapazität, das es ermöglicht, Informationen vorübergehend zu halten und zu verarbeiten. Es geht nicht nur um das Erinnern, sondern darum, Daten im Kopf zu behalten, während etwas mit ihnen geschieht: im Kopf zu rechnen, einen langen Satz zu verstehen oder eine mehrschrittige Anweisung zu befolgen.
Das klassische Modell von Baddeley (2003) unterscheidet mehrere Komponenten:
- eine zentrale Exekutive, die die Aufmerksamkeit steuert;
- eine phonologische Schleife, die mit verbalen Informationen zusammenhängt, sowie einen visuell-räumlichen Notizblock, der mit Bildern und Positionen verbunden ist;
- und einen episodischen Puffer, der Informationen aus verschiedenen Quellen integriert.
Es ist wichtig, das Arbeitsgedächtnis vom Langzeitgedächtnis zu unterscheiden. Das Langzeitgedächtnis speichert gefestigte Kenntnisse, etwa das Beherrschen des Einmaleins oder das Erkennen eines Wortes. Das Arbeitsgedächtnis funktioniert eher wie eine vorläufige mentale Tafel und erleichtert die Nutzung von Informationen im Hier und Jetzt.
Es ist außerdem Teil der exekutiven Funktionen, gemeinsam mit Prozessen wie Aufmerksamkeit, Inhibition, Planung und kognitiver Flexibilität. Deshalb treten bei Schwierigkeiten mit dem Arbeitsgedächtnis häufig auch Probleme bei der Organisation, beim Aufrechterhalten der Konzentration oder beim Wechseln der Strategie auf.
Wozu dient das Arbeitsgedächtnis beim Lernen von Kindern?
Das Arbeitsgedächtnis unterstützt zahlreiche schulische Aufgaben:
- Beim Lesen hilft es, den Anfang eines Satzes im Gedächtnis zu behalten, während man zum Ende gelangt;
- in Mathematik ermöglicht es, Zwischenmengen während der Durchführung von Rechenoperationen zu behalten;
- und beim Schreiben hilft es, die beabsichtigte Aussage im Kopf zu behalten, während man entscheidet, wie man sie formuliert.
Die Längsschnittstudie von Alloway & Alloway (2010) hat gezeigt, dass das Arbeitsgedächtnis einen Teil der späteren schulischen Leistung vorhersagt, selbst wenn der Intelligenzquotient berücksichtigt wird. Das bedeutet nicht, dass es wichtiger als alles andere ist, aber es kann erklären, warum manche Kinder eine mündliche Erklärung scheinbar verstehen und dennoch blockieren, wenn sie sie in einer mehrschrittigen Aufgabe anwenden sollen.
Woran erkennt man Schwierigkeiten mit dem Arbeitsgedächtnis bei einem Kind?
Zu den häufigen Anzeichen gehören:
- Es vergisst lange oder mehrschrittige Anweisungen. Es kann gut beginnen, aber nach der Hälfte der Aufgabe den Faden verlieren.
- Es fragt mehrmals, was es tun sollte. Das ist nicht immer Ungehorsam oder mangelndes Interesse; manchmal ist die Anweisung in seinem Kopf nicht mehr verfügbar.
- Es verliert beim Lesen den roten Faden. Es dekodiert die Wörter, hat aber Schwierigkeiten, die Gesamtbedeutung zu erfassen.
- Es hat Probleme beim Kopfrechnen. Es kann das Verfahren kennen, aber daran scheitern, Zwischenmengen zu behalten.
- Es bricht komplexe Aufgaben ab. Wenn die mentale Belastung seine Kapazität übersteigt, nehmen Frustration und Vermeidungsverhalten zu.
- Es erbringt schriftlich schlechtere Leistungen als mündlich. Schreiben erfordert, viele Elemente gleichzeitig aufrechtzuerhalten: Idee, Rechtschreibung, Reihenfolge, Anweisung, Darstellung und Zeit.
Ein nützlicher klinischer Hinweis ist zu beobachten, ob die Leistung abfällt, wenn die Zahl der Schritte zunimmt. So kann ein Kind eine einfache Rechenoperation gut lösen, aber scheitern, wenn es die Aufgabenstellung abschreiben, sich an die Strategie erinnern, die Daten ordnen und das Ergebnis überprüfen soll. Es geht nicht nur um „Gedächtnis“, sondern um die Gesamtbelastung, die die Aufgabe an das System stellt.
Diese Anzeichen sind keine Diagnose. Sie müssen im Rahmen einer umfassenderen Untersuchung interpretiert werden, da Schlaf, Angst, Sprache, Aufmerksamkeit, Motivation, Sprachverständnis und der schulische Kontext ebenfalls Einfluss haben.
Wie beeinflusst das Arbeitsgedächtnis die schulische Leistung?
Das Arbeitsgedächtnis beeinflusst insbesondere Lesen, Mathematik und Schreiben:
- Beim Lesen reicht es nicht aus, Wörter zu erkennen. Das Kind muss zuvor erhaltene Informationen behalten, sie mit dem gerade Gelesenen verknüpfen und Bedeutung aufbauen. Eine Übersicht zu Leseschwierigkeiten zeigte Nachteile beim Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnis von Kindern mit Leseschwierigkeiten (Swanson et al., 2009).
- Auch in der Mathematik ist der Zusammenhang eindeutig. Eine Metaanalyse von 110 Studien fand einen moderaten Zusammenhang zwischen Arbeitsgedächtnis und mathematischer Leistung, insbesondere beim Problemlösen und beim Rechnen mit ganzen Zahlen (Peng et al., 2016). Dies hilft zu verstehen, warum ein Kind zwar wissen kann, „wie es geht“, aber Fehler macht, wenn die Aufgabe verlangt, mehrere Schritte gleichzeitig aktiv zu halten.
- Beim Schreiben ermöglicht das Arbeitsgedächtnis, Ideen zu planen und zu ordnen, den Satz aktiv zu halten, Rechtschreibregeln anzuwenden und das Geschriebene zu überprüfen. Bei einer Überlastung kann der Text dürftig oder unstrukturiert wirken, obwohl das Kind angemessene Ideen hat.
Wie hängen Arbeitsgedächtnis und Entwicklungsstörungen zusammen?
Schwierigkeiten mit dem Arbeitsgedächtnis sind bei verschiedenen Profilen der neuronalen Entwicklung häufig, bedeuten aber nicht in allen Fällen dasselbe.
- Bei ADHS können sie mit Schwierigkeiten zusammenhängen, Informationen aktiv zu halten, Ablenkungen zu widerstehen und Aufgaben abzuschließen. Eine Metaanalyse fand Beeinträchtigungen in mehreren Komponenten des Arbeitsgedächtnisses bei Kindern mit ADHS (Martinussen et al., 2005).
- Bei spezifischen Lernschwierigkeiten wie Legasthenie oder Dyskalkulie kann das Arbeitsgedächtnis als Engpass wirken. Peng und Fuchs (2016) beobachteten Schwierigkeiten mit dem Arbeitsgedächtnis bei Kindern mit Lernschwierigkeiten, wobei sich je nach betroffenem Bereich unterschiedliche Profile zeigten.
- Auch bei der Autismus-Spektrum-Störung wurden Schwierigkeiten mit dem Arbeitsgedächtnis beschrieben, allerdings mit großer interindividueller Variabilität. Eine Metaanalyse fand signifikante Schwierigkeiten, insbesondere bei bestimmten visuell-räumlichen Komponenten (Wang et al., 2017).
Die zentrale, vorsichtig zu formulierende Aussage lautet: Das Arbeitsgedächtnis erklärt eine Entwicklungsstörung nicht allein, aber es hilft, das kognitive Profil des Kindes zu verstehen und die Unterstützung anzupassen.
Wie wird das Arbeitsgedächtnis in der Kinderneuropsychologie untersucht?
Eine neuropsychologische Untersuchung sollte sich nicht auf die Durchführung eines einzigen Tests beschränken. Sie sollte ein Familiengespräch, Informationen aus der Schule, klinische Beobachtung und standardisierte Tests miteinander verbinden.
In der Diagnostik werden häufig das unmittelbare verbale Gedächtnis, das visuell-räumliche Gedächtnis, das Nachsprechen von Ziffern, Sequenzen, die mentale Verarbeitung von Informationen, Aufgaben des Typs Span, die Daueraufmerksamkeit, die Verarbeitungsgeschwindigkeit und die exekutiven Funktionen untersucht. Intelligenzskalen, neuropsychologische Testbatterien für Kinder und spezifische Gedächtnisaufgaben liefern aussagekräftige Hinweise.
Außerdem sollten die Ergebnisse mit Beispielen aus dem Alltag abgeglichen werden. Ein niedriger Wert ist besonders aussagekräftig, wenn er mit Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben übereinstimmt: Anweisungen verlieren, Aufgaben nicht beenden, beim Kopfrechnen blockieren oder fortlaufende Beaufsichtigung benötigen. Die Untersuchung wird präziser, wenn sie das Testergebnis mit dem schulischen Alltag des Kindes verknüpft.
Die Interpretation erfordert Vorsicht. Ein niedriger Wert kann auf Schwierigkeiten mit dem Arbeitsgedächtnis hinweisen, aber auch durch ein schwaches Sprachverständnis, Angst, Erschöpfung, Langsamkeit, Schlafmangel oder geringe Vertrautheit mit der Aufgabe bedingt sein. Die entscheidende Frage lautet nicht nur „Wie viele Punkte erreicht das Kind?“, sondern Was fällt ihm schwer, wann verschlechtert sich die Leistung und welche Unterstützung braucht es, um besser zu lernen?
Strategien zur Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses bei Kindern
Statt zu versuchen, das Arbeitsgedächtnis wie einen isolierten Muskel zu „vergrößern“, ist es meist wirksamer, die kognitive Belastung zu verringern, Strategien zu vermitteln und die Umgebung anzupassen.
In der Praxis gibt es drei einfache Grundsätze:
- Erstens externalisieren: Informationen aus dem Kopf holen und auf Papier, eine Tafel oder in einen Kalender schreiben.
- Zweitens strukturieren: Eine große Aufgabe in kleine Schritte aufteilen.
- Drittens automatisieren: Grundlegende Routinen so lange üben, bis sie weniger Anstrengung erfordern.
Diese drei Schritte „heilen“ das Arbeitsgedächtnis nicht, aber sie verhindern, dass das Kind zu viele Elemente gleichzeitig im Kopf behalten muss.
Anpassungen im Unterricht
Die Anweisungen sollten kurz, schrittweise und sichtbar sein. Eine Anweisung mit zwei Schritten ist besser als eine mit fünf. Es hilft, die Schritte an die Tafel zu schreiben, zu überprüfen, ob das Kind sie verstanden hat, und es zu bitten, mit eigenen Worten zu erklären, was es tun soll.
Außerdem sollten Doppelaufgaben möglichst vermieden werden. Von der Tafel abzuschreiben und gleichzeitig einer Erklärung zuzuhören, kann das Arbeitsgedächtnis überlasten. In manchen Fällen ist es hilfreich, einen Teil des Materials auszudrucken, mehr Zeit zu gewähren oder die Aktivität in kleine Abschnitte zu unterteilen.
Strategien für Familien
Zu Hause besteht der Schlüssel darin, Alltagsroutinen in klare Strukturen zu überführen. „Packe den Ranzen“ kann zu allgemein sein. Besser funktioniert eine sichtbare Liste: Hausaufgabenheft, Mäppchen, Ordner, Buch und Wasserflasche.
Es hilft auch, jeweils nur eine Anweisung zu geben, das Kind zu bitten, sie mit eigenen Worten zu wiederholen, und die Nutzung externer Hilfen zu verstärken. Das Ziel ist nicht, dass es immer vom Erwachsenen abhängig bleibt, sondern dass es lernt, Ressourcen zu nutzen, die ihm Selbstständigkeit ermöglichen.
Visuelle Hilfen und Aufgabenorganisation
Visuelle Hilfen entlasten das Arbeitsgedächtnis. Dazu können Kalender, Stundenpläne, Übersichten, visuelle Landkarten, Timer, Checklisten, Farbcodes und grafische Organizer eingesetzt werden.
Eine gute visuelle Strategie behandelt das Kind nicht wie ein Kleinkind. Sie ermöglicht ihm, weniger Energie für das Erinnern der Anweisung aufzuwenden und mehr für das Verstehen, Schlussfolgern und Lösen.
Automatisierung und Verringerung der kognitiven Belastung
Wenn ein Lerninhalt automatisiert ist, beansprucht er weniger mentale Kapazität. Deshalb ist es wichtig, Lesen, Grundrechenarten, schulische Routinen und häufige Verfahren zu üben. Wenn jeder grundlegende Schritt zu viel Anstrengung erfordert, bleiben weniger Ressourcen für die eigentliche Aufgabe.
Das Üben sollte kurz, mit Abständen, schrittweise und mit realen Aufgaben verknüpft sein. Das Arbeitsgedächtnis verbessert sich funktional, wenn die Umgebung vom Kind nicht mehr Informationen verlangt, als es gleichzeitig verarbeiten kann.

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Mythen über das Arbeitsgedächtnis bei Kindern
- Mythos 1: „Wenn ein Kind ein schlechtes Arbeitsgedächtnis hat, ist es wenig intelligent“. Nicht unbedingt. Ein Kind kann gut schlussfolgern und dennoch Informationen verlieren, wenn die Aufgabe verlangt, zu viele Elemente gleichzeitig aktiv zu halten.
- Mythos 2: „Mit Gehirntrainingsspielen lässt sich das Problem lösen“. Die Evidenz ist zurückhaltender. Interventionen können die Leistung bei Aufgaben verbessern, die den trainierten ähneln, aber der Transfer auf schulische Leistungen oder den Alltag ist meist begrenzt (Melby-Lervåg & Hulme, 2013).
- Mythos 3: „Man muss die Dinge nur öfter wiederholen“. Wiederholen kann helfen, reicht aber nicht aus, wenn die kognitive Belastung weiterhin zu hoch ist. Manchmal muss die Art der Informationsvermittlung verändert werden.
- Mythos 4: „Es fehlt an Anstrengung“. Viele Kinder bemühen sich, sind aber schnell überlastet. Eine kognitive Überlastung mit Faulheit zu verwechseln, kann Frustration, ein geringes Selbstwertgefühl und Schulvermeidung verstärken.
- Mythos 5: „Das Training des Arbeitsgedächtnisses verbessert automatisch die Schulleistungen“. Eine aktuelle Metaanalyse zum computergestützten kognitiven Training bei ADHS fand Verbesserungen bei Arbeitsgedächtnisaufgaben, aber nicht beim Lesen oder Rechnen; die klinischen Effekte waren gering und vom Kontext abhängig (Westwood et al., 2023).
Fazit
Das Arbeitsgedächtnis bei Kindern ist eine wesentliche Fähigkeit zum Lernen, Befolgen von Anweisungen, Verstehen von Texten, Lösen von Problemen und Organisieren von Aufgaben. Wenn es nicht ausreichend funktioniert, kann das Kind abgelenkt, langsam oder unmotiviert wirken. Häufig besteht die eigentliche Schwierigkeit jedoch darin, dass die Aufgabe verlangt, zu viele Informationen gleichzeitig zu halten.
Die Antwort sollte nicht darin bestehen, das Kind abzustempeln oder noch mehr vom Gleichen zu verlangen. Angemessen ist es, sorgfältig zu untersuchen, das Profil des Kindes zu verstehen und die Anforderungen anzupassen. In der Kinderneuropsychologie wird das Arbeitsgedächtnis innerhalb eines umfassenderen Systems betrachtet, an dem Aufmerksamkeit, Sprache, Verarbeitungsgeschwindigkeit, exekutive Funktionen, Emotionen und der schulische Kontext beteiligt sind.
Ein Kind mit Schwierigkeiten beim Arbeitsgedächtnis zu helfen, bedeutet nicht, seinen Kopf mit noch mehr Anweisungen zu füllen, sondern bessere Gerüste zu bauen, damit es mit weniger mentalem Lärm denken, lernen und vorankommen kann.
Literaturverzeichnis
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- Baddeley, A. (2003). Working memory: Looking back and looking forward. Nature Reviews Neuroscience, 4(10), 829-839. https://doi.org/10.1038/nrn1201
- Martinussen, R., Hayden, J., Hogg-Johnson, S., & Tannock, R. (2005). A meta-analysis of working memory impairments in children with attention-deficit/hyperactivity disorder. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry, 44(4), 377-384. https://doi.org/10.1097/01.chi.0000153228.72591.73
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- Peng, P., Namkung, J., Barnes, M., & Sun, C. (2016). A meta-analysis of mathematics and working memory: Moderating effects of working memory domain, type of mathematics skill, and sample characteristics. Journal of Educational Psychology, 108(4), 455-473. https://doi.org/10.1037/edu0000079
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- Westwood, S. J., Parlatini, V., Rubia, K., Cortese, S., Sonuga-Barke, E. J. S., & European ADHD Guidelines Group. (2023). Computerized cognitive training in attention-deficit/hyperactivity disorder: A meta-analysis of randomized controlled trials with blinded and objective outcomes. Molecular Psychiatry, 28, 1402-1414. https://doi.org/10.1038/s41380-023-02000-7
Häufig gestellte Fragen zum Arbeitsgedächtnis bei Kindern
1. Was ist der Unterschied zwischen dem Arbeitsgedächtnis und dem Langzeitgedächtnis bei Kindern?
Das Langzeitgedächtnis speichert bereits gefestigte Kenntnisse, etwa das Beherrschen des Einmaleins oder das Erkennen eines Wortes. Das Arbeitsgedächtnis ist dagegen ein System mit begrenzter Kapazität, das wie eine „vorläufige mentale Tafel“ funktioniert. Es dient dazu, Daten vorübergehend zu halten und zu verarbeiten, um sie im Hier und Jetzt zur Lösung einer Aufgabe zu nutzen.
2. Bedeutet ein schwaches Arbeitsgedächtnis, dass das Kind wenig intelligent ist?
Nicht unbedingt; dies ist einer der häufigsten Mythen. Ein Kind kann einwandfrei schlussfolgern und eine normale oder überdurchschnittliche Intelligenz haben, aber Informationen verlieren oder blockieren, wenn die schulische Aufgabe verlangt, zu viele Elemente gleichzeitig aktiv zu halten.
3. Heilen Gehirntrainingsspiele und Apps Probleme mit dem Arbeitsgedächtnis?
Die aktuelle wissenschaftliche Evidenz ist diesbezüglich zurückhaltend. Interventionen und Spiele können die Leistung des Kindes bei Aufgaben verbessern, die den trainierten sehr ähnlich sind. Der Transfer dieser Verbesserungen auf die tatsächliche schulische Leistung oder den Alltag ist jedoch meist begrenzt.
4. Wie beeinflusst das Arbeitsgedächtnis das Lernen von Mathematik und Lesen?
Beim Lesen ermöglicht das Arbeitsgedächtnis dem Kind, den Anfang eines Satzes zu behalten, während es zum Ende gelangt, und ihn mit zuvor erhaltenen Informationen zu verknüpfen, um eine Gesamtbedeutung aufzubauen. In Mathematik ist es entscheidend, Zwischenmengen während der Durchführung von Rechenoperationen zu behalten. Das erklärt, warum manche Kinder das Verfahren kennen, aber bei mehrschrittigen Aufgaben scheitern.
5. Welche Strategien sind im Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit schwachem Arbeitsgedächtnis besonders hilfreich?
Das Hauptziel besteht nicht darin, das Gedächtnis wie einen Muskel zu „vergrößern“, sondern die kognitive Belastung zu verringern. Zu den wirksamsten Strategien im schulischen Umfeld gehören: kurze und sichtbare Anweisungen geben, große Aufgaben in kleinere Schritte unterteilen, Doppelaufgaben vermeiden, etwa Abschreiben während des Zuhörens, und visuelle Hilfen nutzen, die Informationen externalisieren.







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