Wusstest du, dass Gedächtnis kein einheitliches und unteilbares System ist? Von der Murcianischen Gesellschaft für Neurowissenschaften wird uns das nicht-einheitliche Konzept des Gedächtnisses erklärt.
Gedächtnis
Einer der grundlegenden kognitiven Fähigkeiten, auf denen die Anpassung des Menschen an Umweltanforderungen beruht, ist das Gedächtnis. Tatsächlich wird dieser kognitive Prozess in vielen Wissensbereichen untersucht, nicht nur in der Psychologie.
Seitdem das einheitliche Gedächtniskonzept – das Gedächtnis als ein einziges und unteilbares System definierte – verworfen wurde, gibt es immer mehr Studien aus verschiedenen Disziplinen und Methodologien, die die unterschiedlichen mnemonischen Systeme erforschen. Diese wurden sowohl in klassischen als auch in aktuellen Ansätzen unter Berücksichtigung von zwei Hauptfaktoren erfasst und klassifiziert: zum einen dem zeitlichen Verlauf des Gedächtnisses und zum anderen der Art der gespeicherten Information.
Je nach zeitlichem Verlauf wird angenommen, dass die Gedächtnisbildung eine Entwicklung von einer kurzen und instabilen Form, die unmittelbar nach dem Lernen auftritt, zu einer stabileren und dauerhafteren Form durchläuft, die nach einem mehr oder weniger langen Zeitraum nach dem Erwerb der Information eintritt.
Dazwischen bildet sich ein Kontinuum, das verschiedene Gedächtnistypen umfasst: Sinnesgedächtnis, Kurzzeitgedächtnis, Arbeitsgedächtnis und Langzeitgedächtnis. Diese Gedächtnisspeicher sind Teil der „Mehrspeicher- oder Multisystem“-Modelle des Gedächtnisses und unterscheiden sich hinsichtlich der Menge an zulässigen Informationen und der Dauer, die die Informationen in ihnen verbleiben.
Andererseits gelten diese Gedächtnistypen als kontinuierliche Prozesse, die spezifische Phasen beinhalten.
Spezifische Phasen
- Enkodierung: Lernen.
- Konsolidierung: Gedächtnis.
- Abruf.
- Rekonsolidierung: Sie ist die jüngste Phase. Zahlreiche neurobiologische Studien haben ihre Unabhängigkeit bestätigt.
Die Unterscheidung nach dem Material, das vom Gedächtnissystem erfasst wird, basierte in der Regel auf der Untersuchung von Patienten mit spezifischen Hirnschäden. Konkret wurde beobachtet, dass Patienten mit spezifischen Läsionen bestimmte Gedächtnisstörungen aufwiesen.
Zum Beispiel hatte Patient J.P. Schwierigkeiten, seine Leistung in Aufgaben zu steigern, die von der Wiederholung und Darbietung zuvor erworbener Fähigkeiten abhingen, während andere Fertigkeiten intakt blieben; J.P. war hingegen in der Lage, bewusst ein vergangenes Ereignis abzurufen.
Aus dieser Spezifizität des Gedächtnisses ergab sich eine weitere Klassifikation basierend auf dem Inhalt der Information, die zur Teilung des Langzeitgedächtnisses in zwei Typen führte: das deklarative oder explizite Gedächtnis und das nicht-deklarative oder implizite Gedächtnis.
Arten des Langzeitgedächtnisses
1. Deklaratives oder explizites Gedächtnis
Das deklarative Gedächtnis ist dafür zuständig, Informationen über biografische Ereignisse und Kenntnisse über konkrete Ereignisse zu kodieren. In diesem Sinne erfordert es eine bewusste Anstrengung der Person, zuvor stattgefundene Informationen wieder abzurufen, auch als intentionaler Abruf bezeichnet.
In der Regel wird der Abruf durch einen Hinweisreiz ausgelöst, der bereits zum Zeitpunkt der Informationskodierung vorhanden war und das Wiedererinnern erleichtert.
Systeme des deklarativen Gedächtnisses
Die drei Systeme, die zum deklarativen Gedächtnis gehören, sind:
- das semantische Gedächtnis,
- das episodische Gedächtnis,
- das Erkennungsgedächtnis, eine spezielle Form des Gedächtnisses, die Gegenstand dieser Arbeit sein wird.
2. Deklaratives oder implizites Gedächtnis
Andererseits umfasst das implizite Gedächtnis die wahrnehmungs-, motorischen und kognitiven Fertigkeiten, die bereits erworben wurden und nur durch Handlung abgerufen werden können, während eine verbale „Deklaration“ unmöglich ist. In diesem Fall wird das Gedächtnis auf andere Weise gemessen: Es wird davon ausgegangen, dass implizites Lernen stattgefunden hat, wenn sich die Leistung in bestimmten Aufgaben verbessert.
Daher wird dieser Gedächtnistyp beobachtet, wenn Verhaltensänderungen aufgrund vorherigen Lernens auftreten, dessen sich die Person nicht bewusst ist.
Beispiele für deklaratives oder implizites Gedächtnis
Einige Beispiele für implizites Gedächtnis sind:
- Die klassische Konditionierung,
- die Priming-Mechanismen,
- das prozedurale Gedächtnis.
Fazit
Insgesamt wird geschlossen, dass Gedächtnis kein einheitliches und unteilbares System ist, sondern aus verschiedenen funktionalen Systemen besteht, die sich in ihrem zeitlichen Verlauf, im Inhalt der gespeicherten Informationen und außerdem in den neuronalen Grundlagen unterscheiden, die ihnen zugrunde liegen.

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Bibliographie
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Dieser Artikel wurde übersetzt; Link zum Originalartikel auf Spanisch:
La memoria y sus sistemas: un concepto no unitario

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