In diesem Artikel stellen wir Ihnen 10 Übungen zur kognitiven Stimulation bei Parkinson vor. Sie sind darauf ausgelegt, dass Fachleute für Rehabilitation und kognitive Stimulation sie in der Therapie mit ihren Patienten durchführen.
Der Begriff Parkinson wurde zu Ehren von Dr. James Parkinson geprägt, dem Neurologen, der die Krankheit 1817 erstmals beschrieb.
Was ist die Parkinson-Krankheit?
Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, chronisch und fortschreitend, die das Nervensystem betrifft. Sie gehört zu den Bewegungsstörungen und ist nach Alzheimer die zweithäufigste Erkrankung. Sie ist gekennzeichnet durch einen Mangel an Dopamin, einem an der Bewegung beteiligten Hormon, bedingt durch das Fehlen oder die Schädigung von Neuronen in der Substantia nigra. Dies führt zu Bewegungsstörungen wie Zittern oder Haltungsinstabilität.
Man sollte beachten, dass Parkinson nicht heilbar ist und nicht alle Menschen gleichermaßen betrifft. Der Verlauf der Symptome, die Reaktion auf die Behandlung und der Krankheitsverlauf sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Daher ist eine personalisierte Behandlung nötig, um eine Verbesserung der Symptome zu ermöglichen.
Symptome der Parkinson-Krankheit
Die Symptomatik der Parkinson-Krankheit entwickelt sich langsam und allmählich, mit einer fortschreitenden Verschlechterung über die Zeit, die die Ausführung alltäglicher Aufgaben erschwert. Oft beginnen sie auf einer Körperseite und breiten sich später auf den ganzen Körper aus. Die meisten sind motorischer Natur, es können aber auch andere auftreten, wie Schlafstörungen, Depression, kognitive Beeinträchtigungen oder Schluckbeschwerden. Nachfolgend werden die häufigsten Symptome der Parkinson-Krankheit aufgeführt.
- Zittern,
- Verlangsamung der Bewegungen oder Bradykinesie,
- Muskuläre Steifheit,
- Mikrographie oder Unleserlichkeit der Handschrift,
- Gleichgewichtsprobleme und Haltungsstörung,
- übermäßige Speichelproduktion oder Sialorrhoe,
- Hypotonie oder Verlust der Muskelmasse,
- Beeinträchtigung der Feinmotorik,
- Sprechstörungen,
- verminderte Fähigkeit, unwillkürliche Bewegungen auszuführen.
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Übungen zur kognitiven Stimulation für Menschen mit Parkinson-Krankheit
Wir von NeuronUP schlagen Ihnen verschiedene Übungen zur kognitiven Stimulation vor, die darauf ausgelegt sind, die wichtigsten kognitiven Prozesse zu trainieren, die Menschen mit Parkinson-Krankheit betreffen: Aufmerksamkeit, visuell-räumliche Fähigkeiten, Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit und insbesondere exekutive Funktionen.
1. Schritte einer Aktivität ordnen
Worum geht es?
Bei dieser Aufgabe muss der Nutzer die verschiedenen notwendigen Schritte zur Durchführung einer Aktivität in die richtige Reihenfolge bringen.
Diese Art von Aktivitäten ist sehr nützlich zur Stimulierung der exekutiven Funktionen bei Menschen mit Parkinson. Alle alltäglichen Handlungen lassen sich in einzelne Schritte aufteilen, die die Person ordnen muss.
In dem Bild wäre es beispielsweise die Aufgabe, alle notwendigen Schritte zum Einkaufen entsprechend ihrer natürlichen Reihenfolge zu nummerieren. Es gibt viele Varianten dieser Aktivität, beispielsweise statt Bilder nur eine Liste zu ordnen.
Was trainiert diese Aktivität?
Als Hauptfunktion trainiert sie die Planung und als sekundäre Funktion das logische Denken.
2. Schal stricken
Worum geht es?
Bei dieser Aufgabe muss der Nutzer alle angezeigten Wollknäuel einsammeln, ohne mit irgendetwas zusammenzustoßen.
Was trainiert diese Aktivität?
Ausgezeichnet geeignet, um die visuell-räumlichen Fähigkeiten, die anhaltende Aufmerksamkeit und die Verarbeitungsgeschwindigkeit zu trainieren.
3. Begriffe zuordnen
Worum geht es?
Ein weiterer Klassiker der kognitiven Stimulation, Begriffe zuordnen ist eine ideale Aktivität für Menschen mit Parkinson.
In dem gezeigten Beispiel müssten unsere Nutzer Wörter paaren, die miteinander in Beziehung stehen. Eine weitere Variante besteht darin, Bilder zuzuordnen.
Was trainiert diese Aktivität?
Hier trainieren wir Sprache, logisches Denken und semantisches Gedächtnis.
4. Verschlungene Linien
Worum geht es?
Dabei soll man eine geometrische Figur bilden, indem man ihre Eckpunkte so verschiebt, dass sich keine der Seiten kreuzen.
Was trainiert diese Aktivität?
Eine Aktivität, die eher für Menschen in der leichten bis mittelschweren Phase der Parkinson-Krankheit geeignet ist, aber sehr effektiv zur Förderung der visuell-räumlichen Fähigkeiten. Im Speziellen trainiert sie die räumliche Vorstellungskraft und die Planung.
5. Wortsuchrätsel
Worum geht es?
Ein weiterer Klassiker der geistigen Stimulation und Denksportaufgaben. Versteckte Wörter in einem Buchstabengitter suchen. Und es gibt viele Varianten: zum Beispiel bestimmte Obstsorten in einem Gitter, Wörter in einer bestimmten Farbe oder spezielle Symbole suchen.
Was trainiert diese Aktivität?
Sie eignet sich hervorragend dafür, die Aufmerksamkeit zu trainieren, insbesondere die anhaltende und selektive Aufmerksamkeit.
Anpassung der Aktivität
NeuronUP bietet die Möglichkeit, Wörter nach Belieben anzupassen, um sie an jede Person anzupassen, und zusätzlich Größe und Richtung des Textes zu wählen. Zum Beispiel kann der Therapeut die Lieblingssportler des Nutzers oder die Namen seiner Familienmitglieder einfügen, was ideal ist, um die Motivation des Nutzers bei der Suche nach den versteckten Wörtern zu steigern.
6. Paare nach Kategorien
Worum geht es?
Hier geht es darum, Wortpaare entsprechend einer Kategorie zu bilden, zum Beispiel ein Paar Bekleidungsstücke.
Was trainiert diese Aktivität?
Hauptsächlich wird das logische Denken trainiert.
7. Finde das Denkmal
Worum geht es?
Eine Aktivität, die wir wahrscheinlich alle machen werden, weil sie so motivierend ist. Dabei geht es darum, den Anweisungen so schnell wie möglich zu folgen, um das Denkmal innerhalb einer vorgegebenen Zeit zu finden.
Was trainiert diese Aktivität?
Offensichtlich stimuliert sie besonders die Verarbeitungsgeschwindigkeit.
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8. Bewegung von Würfeln
Worum geht es?
Bei dieser Aufgabe geht es darum, auszuwerten, wie eine Reihe von Würfeln aussehen würde, nachdem einige von ihnen verschoben wurden. Konzipiert für Menschen in der leichten bis mittelschweren Phase der Parkinson-Krankheit.
Was trainiert diese Aktivität?
Besonders werden die räumliche Vorstellungskraft und die Planung trainiert.
9. Wegbeschreibung, einfache Strecken
Worum geht es?
Nachdem wir sichergestellt haben, dass die Gruppenteilnehmer sich seit Jahren in ihrer Stadt auskennen, wählen wir zwei bekannte Punkte, die sie sich gedanklich ablaufen sollen, als würden sie zu Fuß gehen.
Der Ausgangspunkt kann zum Beispiel ihr Zuhause und das Ziel, etwa das Kino, sein. Welche Straßen müssen sie nehmen? Selbst wenn das motorische Defizit der Teilnehmer nicht sehr ausgeprägt ist, können wir sie bitten, eine Art Skizze anzufertigen.
Was trainiert diese Aktivität?
Mit dieser Übung können wir das visuell-räumliche Funktionieren trainieren.
10. Wiederholte Wörter
Worum geht es?
Diese von NeuronUP vorgeschlagene Übung besteht darin, die Wörter zu markieren, die mehrfach vorkommen. Zum Beispiel ist auf diesem Arbeitsblatt von NeuronUP das Wort „kastanienbraun“ mehrfach zu finden. Gibt es noch andere wiederholte Wörter? Und wie oft erscheinen sie? Wir legen stets Wert darauf, dass die Übungen motivierend sind.
Was trainiert diese Aktivität?
Diese Aktivität trainiert die selektive Aufmerksamkeit und das Arbeitsgedächtnis.
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Referenzen zur Parkinson-Krankheit
- Aarsland, D., Bronnick, K., Williams-Gray, C., Weintraub, D., Marder, K., Kulisevsky, J., … Emre, M. (2010). Mild cognitive impairment in Parkinson disease: A multicenter pooled analysis. Neurology., 75(12), 1062–9. Verfügbar unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20855849
- Reid, W., Hely, M., Morris, J., Loy, C., & Halliday, G. (2011). Dementia in Parkinson’s disease: A 20-year neuropsychological study (Sydney Multicentre study). Journal of neurology, neurosurgery, and psychiatry., 82(9), 1033–7. Verfügbar unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21335570
- Riedel, O., Rehberg, S. P., Heber, I., Kronenbuerger, M., Schulz, J. B., Storch, A., … Research, P. (2016). Subtypes of mild cognitive impairment in patients with Parkinson’s disease: Evidence from the LANDSCAPE study. Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry. doi:10.1136/jnnp-2016-313838
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Dieser Artikel wurde übersetzt; Link zum Originalartikel auf Spanisch:
10 ejercicios de estimulación cognitiva para la enfermedad de Parkinson
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